Am 4. und 5. Februar 2026 trafen sich rund 70 Expert:innen und Praktiker:innen im Marine Science Campus der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) zur Konferenz „Marine transdisciplinarity“. Ziel dieser Veranstaltung war es, transdisziplinäre Methoden für die künftige nachhaltige Nutzung der Meere und Ozeane zu erörtern. Ein Höhepunkt war das erstmalige Zusammenkommen von Forschenden aus den drei zentralen Missionen der Deutschen Allianz Meeresforschung (DAM): sustainMare, CDRmare und mareXtreme, die in den letzten Jahren intensiv an verschiedenen Aspekten der Meeresforschung gearbeitet haben.
Die Konferenz gliederte sich in zwei Tage: Der erste Tag war der internen Reflexion über transdisziplinäre Forschungsansätze gewidmet. Der zweite Tag legte den Fokus auf die Interaktion mit gesellschaftlichen Akteuren und deren Rolle in der Wissensproduktion. Professorin Dr. Catherine Cleophas hob in ihrem Beitrag die Bedeutung des Dialogs mit diesen Akteuren hervor, um deren Erwartungen und Herangehensweisen zu integrieren und durch eine bessere Wissensintegration zwischen Forschung und Anspruchsgruppen Barrieren abzubauen.
Einblicke in die Forschungsmissionen
Die Deutsche Allianz Meeresforschung e. V. (DAM), ein 2019 gegründeter gemeinnütziger Verein mit Sitz in Berlin, hat es sich zur Aufgabe gemacht, die deutsche Meeresforschung zu koordinieren und zu stärken. Mit Mitgliedern aus 25 Institutionen zielt die DAM darauf ab, eine nachhaltige Nutzung und den Schutz der Küsten und Ozeane zu fördern. Sie erhält finanzielle Unterstützung in Höhe von über 56 Millionen Euro, bereitgestellt vom Bund und den fünf norddeutschen Ländern. Diese Initiative wird insbesondere durch die angeschlossenen Forschungsmissionen geprägt und unterstützt, die sich mit Herausforderungen der Meeresnutzung und den Folgen des Klimawandels beschäftigen.
In den zwei Tagen der Konferenz wurden in vier Sessions und Workshops zentrale Fragen zur Wirksamkeit transdisziplinärer Meeresforschung diskutiert. Ein Augenmerk lag auf der Integration von Coastal Living Labs in verschiedene Forschungsprojekte. Dr. Annekatrin Lehmann betonte die Wichtigkeit dieser Veranstaltung, um den Austausch zwischen verschiedenen DAM-Forschungsmissionen und externen Stakeholdern zu fördern.
Herausforderungen und Chancen für die Meeresforschung
Die Konferenz verdeutlichte auch die Herausforderungen, mit denen transdisziplinäre Forschung konfrontiert ist, darunter starre Projektstrukturen und kurze Laufzeiten. Diese Hindernisse erschweren eine flexible und iterative Forschungsweise, die für die sich schnell verändernde Thematik der Meeresforschung notwendig wäre. Professorin Dr. Marie-Catherine Riekhof resümierte die Konferenz als wichtigen Schritt zur Weiterentwicklung in diesem Bereich und unterstrich die Notwendigkeit, hochwertige Wissensproduktion mit praktischen Anwendungen zu verbinden.
Die Ozeane, das größte zusammenhängende Ökosystem der Erde, spielen eine entscheidende Rolle im Klimasystem, indem sie CO2 speichern und das Wetter steuern. Aktuelle Herausforderungen wie der Klimawandel und die Verschmutzung erfordern innovative und integrative Forschungsansätze. Die Arbeit von DAM und deren Mitglieder ist dabei von zentraler Bedeutung, um einen gesunden Ozean für zukünftige Generationen zu gewährleisten. Angesichts dieser Erkenntnisse bleibt abzuwarten, welche neuen Impulse die Konferenz für die künftige Forschung und nachhaltige Politiksetzung bringen wird.
Die Konferenz wurde gemeinsam von der Deutschen Allianz Meeresforschung und der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel organisiert und ist Teil der Bemühungen, transdisziplinäre Ansätze als Schlüssel zur Bewältigung der Herausforderungen in der Meeresforschung zu etablieren.



