Am 21. Januar 2026 wurde Prof. Dr. Julia Tjus als internationales Mitglied der Royal Swedish Academy of Sciences (KVA) in der Klasse Physik aufgenommen. Diese herausragende Auszeichnung wurde ihr während einer Wahl verliehen, die am 14. Januar stattfand. Insgesamt wurden acht neue Mitglieder aufgenommen, und es ist wichtig zu erwähnen, dass die KVA nur 175 Plätze für internationale Mitglieder vergibt, die auf Lebenszeit vergeben werden. Ein Platz wird nur frei, wenn ein bestehendes Mitglied stirbt.

Julia Tjus leitet seit 2013 den Lehrstuhl für Theoretische Physik an der Ruhr-Universität Bochum, wo sie sich insbesondere mit Plasma-Astroteilchenphysik befasst. Hinzu kommt, dass sie als assoziierte Forscherin an der Chalmers University of Technology in Göteborg tätig ist, wo sie 2025 zur Ehrendoktorin ernannt wurde.

Forschung und Verantwortung

Seit 2015 ist Tjus zudem Direktorin des Ruhr Astroparticle and Plasma Physics Center (RAPP Center) und bekleidet seit 2022 das Amt der Sprecherin des Sonderforschungsbereiches 1491. Ihre Forschungsgebiete erstrecken sich über die Grenzen der Teilchenphysik, Plasmaphysik und Astrophysik hinweg. Sie untersucht hochenergetische Phänomene im Universum, die in aktiven Galaxienkernen, Starburst-Galaxien oder bei der Kollision von Schwarzen Löchern beobachtet werden können.

Ein zentrales Element ihrer Arbeit besteht darin, herauszufinden, wie Teilchen auf hohe Energien beschleunigt werden. Darüber hinaus analysiert sie die Erzeugung kosmischer Strahlung, hochenergetischer Neutrinos und Gammastrahlung. In Zusammenarbeit mit dem IceCube-Neutrino-Observatorium wendet sie theoretische Modelle an und interpretiert die Beobachtungen, um die astrophysikalischen Quellen hinter den beobachteten Signalen zu identifizieren.

Ein breiter Kontext der Astrophysik

Im Rahmen ihrer Lehre und Forschung an der Ruhr-Universität hält Tjus Vorlesungen, darunter Kursinhalte zur theoretischen Astrophysik. Der Kurs, unter der Leitung von Gabriel Martinez-Pinedo, behandelt Techniken und Methoden der modernen theoretischen Astrophysik und umfasst bedeutende Themen wie die Eigenschaften von Sternen, ihre Entwicklung und die Struktur des Universums.

Dieser Kurs vermittelt den Studierenden auch Kenntnisse über den interstellaren Raum, die Entstehung von Sternen und deren Evolution sowie über kosmologische Modelle, die für das Verständnis des gesamten Universums entscheidend sind.

Zusätzlich zu praktischen Ressourcen umfasst die Bibliographie des Kurses Beiträge von Autoren wie Bradley W. Carroll und Dale A. Ostlie sowie Dan Maoz. Die Studierenden werden ermutigt, empfohlenen Webseiten zu besuchen, um sich über grundlegende astronomische Konzepte zu informieren, wie etwa Astronomy Notes oder die Astronomy Picture of the Day.

Insgesamt spiegelt Julia Tjus‘ Auswahl in die Royal Swedish Academy of Sciences nicht nur ihre herausragenden Leistungen wider, sondern auch den Einfluss ihrer Arbeiten auf die wissenschaftliche Gemeinschaft und die astrophysikalische Forschung im Allgemeinen.