Am 6. März 2023 fand in Bonn der Brasilientag statt, ein bedeutendes Event, das von der Universität Bonn in Zusammenarbeit mit dem brasilianisch-deutschen Netzwerk APOENA organisiert wurde. Ziel dieser Veranstaltung war die Vernetzung von Professoren, Studierenden, Promovierenden und Postdocs aus Brasilien und Deutschland. Prorektorin Prof. Dr. Birgit Ulrike Münch hob die Bedeutung des Brasilientags für die Internationalisierung der Universität sowie für die langfristige Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern hervor.

Die Veranstaltung bot eine Plattform für zahlreiche Kooperationen zwischen Bonner Forschenden und brasilianischen Universitäten, darunter die renommierten Institutionen wie die Universidade de São Paulo und die Fundação Oswaldo Cruz (Fiocruz). Wissenschaftler präsentierten innovative gemeinsame Projekte und diskutierten neue Themenfelder, die verschiedene Wissenschaftsbereiche umfassten.

Programm und Kooperationen

Ein zentrales Instrument dieser Zusammenarbeit ist der CAPES-Gastlehrstuhl „Brazil Chair“, der seit 2016 Forschungsaufenthalte brasilianischer Wissenschaftler in Bonn ermöglicht. Im Studienjahr 2025/2026 wird Prof. Marciel Stadnik von der Universidade Federal de Santa Catarina als CAPES-Gastprofessor in Bonn tätig sein, wobei sein Schwerpunkt auf nachhaltiger Landwirtschaft liegt. Während der Veranstaltung hielt Stadnik eine Keynote im Themenblock „Agriculture and Land“ über „Bio-Based Solutions for Sustainable Land Use“.

Zudem fand eine Podiumsdiskussion über die Rolle der wissenschaftlichen Diaspora und essentielle Themen wie Innovation, Wissenszirkulation und Forschungsethik statt. Vertreter von Förderorganisationen, darunter der DAAD und die DFG, informierten über die vielfältigen Fördermöglichkeiten für zukünftige Projekte.

Ausschreibung für den CAPES Gastlehrstuhl

Die Partnerschaft zwischen der Universität Bonn und CAPES wird durch eine zweite Ausschreibung für das CAPES Brasilien Gastlehrstuhlprogramm gestärkt, die von 1. August bis 31. Oktober möglich ist. Dieser Ausschreibungszeitraum richtet sich an Professoren, Post-Docs und Sandwich-Promotionen, die an der Entwicklung gemeinsamer Projekte in Landwirtschaft, Biodiversität und Ethik interessiert sind. Bewerbungen müssen direkt bei CAPES eingereicht werden und erfordern einen Kontakt zu einem Gastgeber an der Universität Bonn vor Beginn des Verfahrens.

Die Förderungsdauer für Professuren beträgt zwischen sechs und zwölf Monaten, während andere Kategorien zwischen sechs und zehn Monaten gefördert werden können.

  • Teilnahmebedingungen:
  • Doktortitel seit mindestens 15 Jahren
  • Mindestens 15 Jahre Berufserfahrung im Fachgebiet
  • Wohnsitz in Brasilien
  • Fließende Englisch- oder Deutschkenntnisse

Die Ergebnisse der Auswahl sollen bis zum 31. März 2025 bekannt gegeben werden, mit einem geplanten Beginn der Aktivitäten in Deutschland zwischen September und November 2025. Die Landwirtschaftliche Fakultät und das Zentrum für Entwicklungsforschung der Universität Bonn stehen als Hauptakteure für die vorgesehenen Projekte im Fokus.

Zusätzlich kündigten die DFG und CAPES eine gemeinsame Ausschreibung für Forschungsprojekte an, bei der der Fokus auf Produktionstechnologien und der digitalen Transformation liegt. Diese Initiative fördert die Zusammenarbeit zwischen brasilianischen und deutschen Forschungspartnern. Die Vorschläge müssen bis zum 19. Februar 2024 eingereicht werden, und die Ergebnisse werden im Oktober 2024 bewertet.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die engen Kooperationen zwischen der Universität Bonn und brasilianischen Institutionen sowohl den wissenschaftlichen Dialog als auch die internationale Zusammenarbeit stärken und auf eine nachhaltige Zukunft hin arbeiten.