Die Universität Mannheim und das TECHNOSEUM haben gestern eine bedeutende Kooperationsvereinbarung unterzeichnet, die nicht nur zeitlich unbegrenzt ist, sondern auch die Förderung der naturwissenschaftlich-technischen Bildung von Kindern und Jugendlichen in der Metropolregion Rhein-Neckar zum Ziel hat. Diese Partnerschaft soll die gesellschaftliche Akzeptanz neuer Technologien stärken und wissenschaftliche Erkenntnisse direkt in die Gesellschaft vermitteln. Prof. Dr. Thomas Fetzer von der Universität Mannheim und Prof. Dr. Andreas Gundelwein äußerten sich optimistisch über die Möglichkeiten, die sich aus dieser Zusammenarbeit ergeben.
Ein zentrales Element der Kooperation ist die Anbahnung gemeinsamer Projektvorhaben im Bereich Forschung und Entwicklung. Die Universität Mannheim plant, ihre Lehr- und Forschungsgebiete wie empirische Sozialforschung, Digitalisierung, Künstliche Intelligenz und Wirtschaftsgeschichte in die Kooperation einzubringen.
Geplante Projekte und Austausch
In den nächsten Monaten soll ein inhaltlicher Austausch stattfinden, insbesondere bei der Neugestaltung der Dauerausstellung des TECHNOSEUMs sowie beim Auf- und Ausbau des TECHNOlabs, einem Schülerforschungszentrum und Mitmachlabor in Mannheim. Diese Projekte zielen darauf ab, Schüler und Schülerinnen aktiv in Forschungsprozesse einzubeziehen und deren Interesse an Wissenschaft und Technologie zu fördern.
Weiterhin wird die geplante TECHNOarena ein zentraler Ort sein, um innovative Technologien und deren Anwendungen zu präsentieren. Am 10. Februar fand bereits die Veranstaltung WISSENsdurst im TECHNOSEUM statt, bei der Dr. Helge Rückert über die Möglichkeiten virtueller Realität referierte. Zudem wird die Universität Mannheim am Aktionstag Coding4Society am 18. Oktober teilnehmen, welcher sich mit Informationstechnik und Programmieren auseinandersetzt.
Künstliche Intelligenz im Fokus
Ein weiterer wichtiger Aspekt dieser Kooperation ist der Umgang mit Künstlicher Intelligenz (KI). Die Vortragsreihe „forum mannheim“ thematisiert unter dem Titel „Künstliche Intelligenz – die treibende Kraft der Zukunft?“ die rasante Entwicklung und den Einfluss von KI auf viele Lebensbereiche. Diese Technologie nicht nur Effizienzsteigerungen ermöglichen, sondern auch neue kreative Freiräume schaffen und dazu beitragen kann, komplexe globale Herausforderungen zu lösen.
Allerdings wirft die schnelle Entwicklung von KI auch gesellschaftliche Fragen auf. Dazu gehören der Schutz von Privatsphäre und Selbstbestimmung sowie die verantwortungsvolle Gestaltung des Wandels durch Künstliche Intelligenz. Die Vortragsreihe lädt zur kritischen Auseinandersetzung mit den Entwicklungen, Chancen und Herausforderungen der KI ein.
Open Access und Forschungsdaten
In einem weiteren Kontext hat sich das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) für eine Open Access-Strategie ausgesprochen, um den freien Zugang zu wissenschaftlichen Publikationen zu fördern. Dies soll zu einer schnelleren Verbreitung von Forschungsergebnissen und einem beschleunigten wissenschaftlichen Fortschritt führen. Das BMBF unterstützt dazu auch Initiativen, die sich mit dem Umgang von Urheberrecht und freiem Zugang zu Wissen befassen.
Das Management von Forschungsdaten wird ebenfalls als essenziell angesehen. Hierzu fördert das BMBF Initiativen zum Forschungsdatenmanagement, um die Nachvollziehbarkeit und Reproduzierbarkeit von Forschungsergebnissen zu sichern. Die Entwicklung von Datentreuhandmodellen trägt dazu bei, sensible Daten sicher und vertrauenswürdig zu verwalten, begleitet von unabhängigen Vermittlern.
Diese vielfältigen Ansätze und bestehenden Kooperationen zeigen, dass die Universität Mannheim und das TECHNOSEUM eine proaktive Rolle in der Förderung von Bildung und Wissenschaft in der Region spielen. Ansprechpartnerin für weitere Informationen ist Dr. Maartje Koschorreck, Pressesprecherin der Universität Mannheim.