Am 15. Februar 2026 fand der Neujahrsempfang der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU) statt, bei dem die Rektorin Prof. Dr. Anja Steinbeck klare und eindringliche Worte über die Bedeutung der freien Wissenschaft in einer Demokratie äußerte. In ihrer Ansprache betonte sie, dass „ohne freie Wissenschaft keine Demokratie“ existieren kann. Diese Aussage ist nicht nur ein Schlagwort, sondern birgt eine tiefere Wahrheit, die in der gegenwärtigen politischen Landschaft in den USA und Europa von entscheidender Relevanz ist. Steinbeck warnte vor dem wachsenden politischen Einfluss auf Forschung und Lehre, der in verschiedenen Formen sichtbar wird, darunter die Streichung von Fördermitteln und eine ideologische Überprüfung von Inhalten in wissenschaftlichen Arbeiten.

Besonders besorgniserregend ist die Tatsache, dass wissenschaftliche Erkenntnisse in einigen Fällen politisch kontrolliert oder gezielt diskreditiert werden. Steinbeck hob hervor, dass dabei mehr auf dem Spiel steht als nur einzelne Forschungsprojekte; die Grundlagen der Demokratie selbst sind gefährdet. Diese düsteren Prognosen sind nicht nur auf das Ausland beschränkt. Europa und Deutschland sind ebenfalls nicht immun gegen politische Einflussnahme, Einschüchterung und Desinformation. Hochschulen sind aufgerufen, Haltung zu zeigen, wenn demokratische Werte infrage gestellt werden, und ihre Verantwortung für die Aufrechterhaltung einer demokratischen Resilienz zu übernehmen.

Aktive Verteidigung der Demokratie

Im Kontext der Diskussion um Wissenschaftsfreiheit und Demokratie stellte Steinbeck klar, dass das Neutralitätsgebot nicht als Hindernis für eine aktive Verteidigung der Demokratie.deuten darf. Vertrauen in die wissenschaftliche Praxis müsse durch Transparenz, Dialog und verständliche Wissenschaftskommunikation gestärkt werden. Die Verantwortung der Hochschulen liegt darin, Studierende zum kritischen Denken und zum demokratischen Handeln zu befähigen.

Darüber hinaus forderte Steinbeck Solidarität unter den akademischen Institutionen, um geschlossen gegen Angriffe auf die Wissenschaftsfreiheit und die Demokratie als solche vorzugehen. Wissenschaftsfreiheit sei nicht lediglich ein Privileg einer akademischen Elite, sondern das Fundament einer offenen Gesellschaft. Dies sei ein entscheidender Punkt, um den Druck, der auf Forschung und Lehre lastet, erfolgreich abzuwehren. Ein zentraler Appell Steinbecks war, die Wissenschaft jetzt zu stärken, um die zukünftige Resilienz der Gesellschaft zu sichern.

Rückblick auf Erfolge der HHU

Im Rahmen des Neujahrsempfangs wurde auch auf die Erfolge und Aktivitäten der HHU im vergangenen Jahr eingegangen. So stellte Steinbeck den Auftritt von Gastprofessorin Charlotte Knobloch als einen der Höhepunkte heraus. Des Weiteren wurde die Verlängerung des Exzellenzclusters CEPLAS um sieben Jahre verkündet. Dies unterstreicht das Engagement der Hochschule für herausragende Forschung.

Ein weiterer Erfolg war der Gewinn im „Startup-Factories“-Wettbewerb, der zur Gründung eines Startup-Zentrums im Rheinland führte. Auch das Lehrprojekt CoLab, das im Oktober 2025 startete, zielt darauf ab, Studienprogramme mit einem Fokus auf zukunftsorientierte Fähigkeiten zu entwickeln. Zudem wurde eine zweite Alexander-von-Humboldt-Professur eingeworben, was die internationale Vernetzung und wissenschaftliche Exzellenz der HHU weiter stärkt. Nicht zuletzt erhielt die HHU 476 Deutschlandstipendien und behauptet damit eine landesweite Spitzenposition.