Am 28. April 2026 lädt die Universität Tübingen zur feierlichen Preisverleihung in der Alten Aula ein, bei der herausragende Leistungen in der Wissenschaftskommunikation gewürdigt werden. In diesem Jahr werden die Hauptpreise an Professor Bernhard Pörksen, Medienwissenschaftler, und Dr. Rolf Frankenberger, Rechtsextremismusforscher, vergeben. Der Nachwuchspreis geht an die Ökologin Dr. Rachel L. Gunn. Die Auszeichnungen sind mit erheblichen Geldbeträgen dotiert: Der Hauptpreis beträgt 10.000 Euro, während der Nachwuchspreis mit 5.000 Euro versehen ist.
Professor Pörksen wird für seine Kommunikation zur öffentlichen Debattenkultur geehrt, die besonders im digitalen Zeitalter von Bedeutung ist. Seine Ansätze zur Förderung einer konstruktiven Gesprächskultur haben großen Einfluss auf die Wissenschaftskommunikation. Dr. Rolf Frankenberger hingegen erhält die Auszeichnung für seine dialogorientierte Aufklärungsarbeit zur extremen Rechten. Seine Analysen dieser gesellschaftlichen und politischen Bewegungen sind für den aktuellen Diskurs von enormer Relevanz. Dr. Rachel L. Gunn, die für ihre innovative Kommunikationsarbeit zu fragilen Ökosystemen ausgezeichnet wird, hat unter anderem Online-Kurse und Citizen-Science-Projekte entwickelt.
Bedeutung der Wissenschaftskommunikation
Die Notwendigkeit einer effektiven Wissenschaftskommunikation ist unbestritten. Wie das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) betont, helfen wissenschaftliche Erkenntnisse, gesellschaftliche Herausforderungen zu meistern. Themen wie die Ernährung einer wachsenden Weltbevölkerung, der Schutz vor Krankheiten und der Einfluss von Algorithmen sind Teil des täglichen Lebens und der Forschungsagenda.
Die Förderung der Wissenschaftskommunikation ist ein Kernanliegen der Bundesregierung. Diese wurde im Koalitionsvertrag von 2021 verankert und soll zur Stärkung der Demokratie und Verbesserung des gesellschaftlichen Diskurses beitragen. Das BMFTR hat verschiedene Strukturbildende Projekte ins Leben gerufen, um den Dialog zwischen der Wissenschaft und der Gesellschaft zu fördern.
- Transfer Unit: Fördert den Dialog zwischen Wissenschaftskommunikationspraxis und Forschung.
- Impact Unit: Unterstützt die Gestaltung und Evaluation von Wissenschaftskommunikation.
- Wisskomm.de: Zentrales Informations- und Diskussionsportal für Wissenschaftskommunikation.
- Wisskomm-Campus: Bietet Online-Kurse zur Wissenschaftskommunikation für Forschende.
- Science Media Center: Hilft Medienschaffenden bei der Berichterstattung über Wissenschaftsthemen.
Die Initiativen zeigen, dass Wissenschaftskommunikation heute integraler Bestandteil der Forschungsförderung ist und seit 2022 in allen Förderrichtlinien des BMFTR verankert ist. Ein Grundsatzpapier zu diesem Thema wurde bereits im November 2019 veröffentlicht, um klare Richtlinien und Ziele zu definieren.
Zusammenfassend belegen die geplanten Ehrungen der Universität Tübingen die Bedeutung von Wissenschaftskommunikation für die Gesellschaft. Die Preisträger setzen sich auf unterschiedliche Weise für einen besseren Dialog und ein gestärktes Verständnis der Wissenschaft in der Öffentlichkeit ein. Es bleibt abzuwarten, welche innovativen Ansätze und Projekte die Wissenschaftler im kommenden Jahr vorlegen werden. Wie wir aus der Berichterstattung von uni-tuebingen.de entnehmen können, ist die Rolle der Wissenschaftskommunikation, wie das BMFTR anmerkt, unerlässlich für die gesellschaftliche Entwicklung und die Lösung zukünftiger Probleme.