Der Innovationsdruck auf die Wissenschaftskommunikation ist hoch. Jährlich wird der idw-Preis ausgeschrieben, um herausragende Pressemitteilungen aus der Wissenschaft zu honorieren. Der idw (Informationsdienst Wissenschaft) verbreitet rund 20.000 Pressemitteilungen aus über 1.000 wissenschaftlichen Einrichtungen. Der Preis fördert hochwertige Wissenschaftskommunikation und prämiert die Kommunikationsabteilungen, die mit handwerklicher Qualität und hohem Nachrichtenwert überzeugen können. Insgesamt nahmen in diesem Jahr 98 Pressestellen am Wettbewerb teil, wobei die Preisgelder gezielt zur Qualitätssicherung und -verbesserung in der Kommunikationsarbeit genutzt werden können.

Die TU Dortmund konnte in diesem Jahr mit der Pressemitteilung „Vor der Bundestagswahl 2025: Team der TU Dortmund ermittelt Fehleranfälligkeit von KI-Wahlhilfen“ den zweiten Platz erreichen. Hierbei untersuchten Wissenschaftler, ob KI-Wahlhilfen, die im Vorfeld der Bundestagswahl 2025 entwickelt wurden, verlässliche Informationen liefern. Die Analyse ergab, dass diese oft falsche Antworten geben, wenn nach politischen Standpunkten gefragt wird.

Auszeichnungen im Detail

Der erste Platz ging an die Kommunikationsabteilung des GEOMAR, Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel, für die Pressemitteilung zu den „Schrumpfenden Dorschen“ und den Einfluss des Menschen auf das Erbgut von Fischen. Den dritten Platz belegte die Stabsstelle Zentrale Kommunikation der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg mit der Mitteilung über den unklaren Nutzen von Willkommensklassen für geflüchtete Menschen. Die Preissummen: 3.000 Euro für den ersten, 2.000 Euro für den zweiten und 1.000 Euro für den dritten Platz.

Am Institut für Journalistik der TU Dortmund wird seit über 15 Jahren das Projekt „Medien-Doktor“ betrieben, das sich ein Qualitätsmanagement für journalistische Beiträge im Bereich der Wissenschaftskommunikation auf die Fahnen geschrieben hat. Das Team um Prof. Holger Wormer und Marcus Anhäuser hat dabei spezifische Qualitätskriterien für die Kommunikation von Künstlicher Intelligenz erarbeitet, um die Standards der Wissenschaftskommunikation zu erhöhen.

Die Rolle Künstlicher Intelligenz

In einem weiteren Forschungsrahmen wird das Thema Künstliche Intelligenz in der Wissenschaftskommunikation intensiv betrachtet. Forscher untersuchen die Wahrnehmung und Bewertung von intelligenten Sprachassistenten, die wissenschaftliche Informationen kommunizieren. Der Einfluss unterschiedlicher textlicher Darstellungen auf die Akzeptanz und Rezeption dieser Informationen steht dabei im Fokus.

Digitalisierung und die Fortschritte in der Künstlichen Intelligenz ermöglichen es, große Datenmengen zu analysieren und diese verständlich zu kommunizieren. Diese neuen Methoden sind nötig, um die Wissenschaftskommunikation zu optimieren. Automatisierte Textproduktionen, die auf wissenschaftlichen Daten basieren, eröffnen neue Möglichkeiten, jedoch ist die Handhabung solcher Inhalte durch Laien von entscheidender Bedeutung.

Herausforderungen und Zukunftsausblick

Die Diskussion um Transparenz im Umgang mit KI-generierten Inhalten ist essenziell. Eindeutige Disclaimern sollen helfen, Vertrauen bei kritischeren Nutzern zu schaffen. Hendrik Schneider hebt hervor, dass wissenschaftliche Einrichtungen oft ein Defizit in der KI-Kompetenz aufweisen. Um das Vertrauen in diese Technologien zu stärken, ist ein gezielter Aufbau von KI-Kompetenzen und Qualitätsmanagementprozessen erforderlich.

Eine spannende Entwicklung zeigt sich am ZALF, wo bereits 90 Prozent der Pressemitteilungen und Social Media-Posts von KI erstellt werden. Diese Kreationen unterliegen strengen Richtlinien, um die Qualität zu sichern. Die Vorhersage, dass viele Forschungsinstitute in Zukunft eigene KI-Modelle und Chatbots anbieten werden, um hochwertige Informationen aus der Wissenschaft bereitzustellen, wird zunehmend realistischer.

Die Studierenden und Wissenschaftler sind gefordert, sich als Kuratoren des Wissens zu positionieren. Die Integration von KI in die Wissenschaftskommunikation wird nicht nur die Methoden, sondern auch die Rollen der Akteure in diesem wichtigen Feld erheblich verändern. TU Dortmund berichtet, dass dies entscheidend für die Qualität der Informationen sein wird, die die Öffentlichkeit erreichen.