Am 25. März 2026 findet im Kino des Potsdamer Filmmuseums ein besonderes Kurzfilmprogramm statt, das den Titel „WTF – Wut trifft Feminismus“ trägt. Dieses Event, welches um 18:30 Uhr beginnt, wird im Rahmen der 36. Brandenburgischen Frauenwochen veranstaltet. Die Initiatoren sind die Gleichstellungsbüros der Fachhochschule Potsdam, der Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF und das Koordinationsbüro für Chancengleichheit der Universität Potsdam. Das Ziel der Veranstaltung ist es, Wut als Motor für Gerechtigkeit, Gleichstellung und Demokratie zu beleuchten. Zahlreiche Diskriminierungen und gesellschaftliche Missstände werden im Fokus stehen, und es werden zwei thematisch relevante Kurzfilme gezeigt.

Im Mittelpunkt stehen die Filme „Mein Feind“ von Bettina Flitner aus Deutschland (1993) und „Juck“ aus Schweden (2018), die von Olivia Kastebring, Julia Gumpert und Ulrika Bandeira produziert wurden. Während „Mein Feind“ eine Befragung von Frauen zu ihren persönlichen Feinden thematisiert, zeigt „Juck“ die öffentliche Präsenz einer feministischen Tanzgruppe. Nach den Filmvorführungen wird es eine Diskussionsrunde mit renommierten Gästen geben, darunter Johanne Hoppe, Filmkuratorin, Elisa Jochum von der Deutschen Kinemathek und Johanna König, Psychologin und feministische Coachin.

Brandenburgische Frauenwochen

Die Brandenburgischen Frauenwochen sind ein einzigartiges politisches Format, das jedes Jahr mehr als 200 Veranstaltungen in ganz Brandenburg organisiert. Diese Veranstaltungen laufen im März und sollen Diskriminierungen und Missstände im gesellschaftlichen Diskurs thematisieren sowie die Vernetzung und das Empowerment von Frauen fördern. Zu den Formaten gehören Diskussionen, Theateraufführungen, Kinoevents, Ausstellungen, Sportveranstaltungen und Workshops.

Das diesjährige Motto „WTF – Wut trifft Feminismus“ passt in einen aktuellen Kontext, der Aspekte wie geschlechterneutrale Sprache, Angriffe auf Vielfaltsveranstaltungen und das Schließen von Schwangerschaftsberatungsstellen anspricht. Der Frauenpolitische Rat Land Brandenburg e.V. koordiniert diese Aktivitäten und sorgt für einen interaktiven Veranstaltungskalender, der regelmäßig aktualisiert wird. Ein wichtiges Ziel der Frauenwochen in diesem Jahr ist es, Wut als gerechtfertigtes Gefühl zu bezeichnen und als Antrieb für gesellschaftliche Veränderungen zu nutzen.

Historischer Kontext

Das Thema Wut und Feminismus erinnert an die Entwicklungen der zweiten Welle der Frauenbewegung in den 1960er Jahren, die stark durch die Student*innenbewegung der Neuen Linken beeinflusst wurde. Dieser Kontext beleuchtet, wie unterschiedliche feministische Strömungen entstanden, die entweder auf Gleichheit oder radikale Veränderungen abzielten. Insbesondere in Ost- und Westdeutschland gab es verschiedene Bedingungen für Frauen, was sich bis heute in den Forderungen und der Sprache der „Ostfeministinnen“ und „Westfeministinnen“ niederschlägt.

Die Frauenbewegung hat sich über die Jahre hinweg mit vielfältigen Themen wie sexualisierter Gewalt, Diskriminierung und der Forderung nach politischer Gleichstellung auseinandergesetzt. Dabei hat sich feministisches Engagement als ein Schlüssel zur Sichtbarmachung von Ungerechtigkeiten und zur Förderung von Solidarität herausgestellt. Die Veranstaltungen der 36. Brandenburgischen Frauenwochen sind ein eindrucksvolles Beispiel für die fortwährende Relevanz feministischer Bewegungen in Deutschland, die weiterhin auf Veränderungen drängen.

Der Eintritt zu der Veranstaltung ist frei, eine Ticketreservierung wird jedoch empfohlen. Für weitere Informationen stehen die Kontaktpersonen Anne Sophie Juwien (Universität Potsdam), Sandra Cartes (Fachhochschule Potsdam) und Susanne Lösch (Filmuniversität Babelsberg) zur Verfügung.

Für mehr Informationen zu den Brandenburgischen Frauenwochen, besuchen Sie Frauenpolitischer Rat oder Gleichstellungsportal. Über die Veranstaltung berichtet auch die Universität Potsdam.