Am 17. Februar 2026 fand an der Universität Hohenheim eine Pressekonferenz statt, die den 25. Jahrestag der Zecken-Statistik feierte. Im Zentrum der Veranstaltung standen die Experten Prof. Dr. Ute Mackenstedt, eine Parasitologin, und Prof. Dr. Gerhard Dobler, ein Virologe. Sie warnten, dass das Jahr 2025 möglicherweise eine Rekordzahl an Erkrankungen durch das Frühsommer-Meningoenzephalitis-Virus (FSME) verzeichnen könnte.
Aktuell wurden für 2025 bereits 693 gesicherte FSME-Fälle registriert, ergänzt durch 100 Verdachtsfälle. Die vorherige Rekordzahl aus dem Jahr 2024 lag bei 695 gesicherten Fällen. Besonders betroffen von diesen Zahlen sind die Bundesländer Baden-Württemberg und Bayern, die zusammen etwa 80 Prozent der Krankheitsmeldungen ausmachen. Der steigende Trend lässt sich in sämtlichen Bundesländern beobachten, mit kontinuierlich hohen Fallzahlen von 400 bis 500 pro Jahr seit 2016.
Ursachen für den Anstieg
Ein bedeutender Faktor für den Anstieg der FSME-Fälle ist der Klimawandel. Steigende Temperaturen führen dazu, dass Zecken sich zunehmend in kühlere Regionen ausbreiten und mehr Frosttage überstehen können. Dies erhöht das Infektionsrisiko für ungeschützte Personen erheblich. Als präventive Maßnahme wird eine Impfung empfohlen, da Antikörper im Blut erforderlich sind, um einen Schutz aufzubauen.
Ein Beispiel für diese Problematik liefert der Landkreis Passau, wo zwar 80 Prozent der Bevölkerung Antikörper gegen FSME aufweisen, die Erkrankungszahlen dennoch steigen. Dies verdeutlicht, dass Impfen alleine nicht ausreicht, um das Risiko zu minimieren. Die Wahrscheinlichkeit einer Infektion nach einem Zeckenstich in Risikogebieten liegt zwischen 1:50 und 1:100.
Symptome und Behandlung
Die Symptome einer FSME-Infektion sind oft grippeähnlich und können in einer zweiten Krankheitsphase neurologische Symptome hervorrufen. Schwere Verläufe der Krankheit können zu Lähmungen, Bewusstseinsstörungen und in Extremfällen zu Todesfällen führen. Die Therapie beschränkt sich in der Regel auf die Linderung der Symptome, während die Impfung den effektivsten Schutz bietet.
Im Jahr 2023 bedurften in Deutschland etwa 600 Patienten einer stationären Behandlung aufgrund von FSME, wobei leider neun Menschen an den Folgen der Krankheit starben. Die Zahl der Behandlungen aufgrund von FSME hat in den letzten 20 Jahren tendenziell zugenommen, und im Jahr 2020 wurde mit knapp 900 Behandlungen ein Höchstwert erreicht. Im Gegensatz dazu wurden im Jahr 2023 knapp 5.400 Patienten aufgrund von Borreliose behandelt, einer weiteren durch Zeckenübertragung verursachten Krankheit, die in Deutschland jedoch nicht so stark im Fokus steht.
Schutzmaßnahmen und Ausblick
Laut Destatis ist der Schutz vor FSME vor allem durch die Vermeidung von Zeckenstichen und die Impfung gewährleistet. Während eine Impfung gegen FSME zur Verfügung steht, existiert für Borreliose kein entsprechender Impfschutz. Die kontinuierlich steigenden Zahlen an FSME-Fällen sowie die positiven Tests auf Zecken in Risikogebieten erfordern ein wachsendes Bewusstsein für diese Erkrankungen und deren Prävention.
Angesichts dieses alarmierenden Anstiegs und der hohen Risiken empfehlen die Experten eine jährliche Überprüfung des Impfstatus und einen erhöhten Schutz im Freien, insbesondere in den Sommermonaten, um die Gesundheit der Bevölkerung zu sichern.