Am 12.11.2025 dürfen wir ein ganz besonderes Jubiläum feiern: Das Sprachlernprojekt der Universität Hildesheim wird zehn Jahre alt. Dieses Projekt hat seit seinem Start im Jahr 2015 eine beachtliche Reise hingelegt und viele Menschen miteinander verbunden.
In der Anfangszeit, als zahlreiche Geflüchtete in Deutschland ein neues Leben beginnen wollten, wurde das Projekt ins Leben gerufen. Seitdem haben rund 1.000 Studierende beeindruckende 1.200 geflüchteten Schüler*innen die deutsche Sprache nähergebracht. Diese Schüler*innen profitieren von der wertvollen Unterstützung der Lehramtsstudierenden, die pro Semester ihre Kenntnisse und Fähigkeiten in einem wöchentlichen Seminar erweitern. Neben der Vermittlung von Sprachkenntnissen stehen Themen wie der Umgang mit Heterogenität und die Planung von Unterrichtsstunden auf dem Lehrplan.
Praktische Erfahrungen sammeln
Ein essenzieller Teil des Projekts ist der praktische Unterricht, der nach regulären Schulstunden an verschiedenen Schulen wie der Walter-Gropius-Berufsschule, der Grundschule Nord und der Oskar-Schindler-Gesamtschule stattfindet. Die Studierenden unterrichten unter der Anleitung von Projektmitarbeiter*innen und leisten so einen wertvollen Beitrag zur Integration der geflüchteten Kinder. Jährlich werden dabei etwa 1.200 Unterrichtsstunden abgehalten.
Das Sprachlernprojekt wird von verschiedenen Partnern unterstützt, darunter das MWK Niedersachsen, die Stadt und der Landkreis Hildesheim, die evangelische Landeskirche sowie lokale Rotary-Clubs. Dank solcher Förderungen konnten bereits mehr als neun unterschiedliche Drittmittelgeber gewonnen werden, die das Projekt in seiner Entwicklung begleiten.
Von der Theorie zur Praxis
Die Studierenden haben zudem die Möglichkeit, ihre Teilnahme am Sprachlernprojekt in verschiedenen Studiengängen anrechnen zu lassen, wodurch sich das Projekt nicht nur als wertvolle Lernerfahrung erweist, sondern auch ihre berufliche Laufbahn maßgeblich unterstützen kann. Ziel bleibt, Schüler*innen mit Fluchterfahrung beim Erwerb der deutschen Sprache zu unterstützen und die Studierenden auf ihren zukünftigen Lehrerberuf vorzubereiten.
Der Erfolg des Projekts und die positive Resonanz der Teilnehmer*innen zeigen, wie wichtig solche Initiativen in der aktuellen Gesellschaft sind. In den letzten zehn Jahren haben nicht nur die Schüler*innen profitiert, sondern auch die Studierenden selbst berichteten von unvergesslichen Erlebnissen und einer bereichernden Zeit, die sie geprägt hat.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Sprachlernprojekt der Universität Hildesheim ein leuchtendes Beispiel dafür ist, wie Bildung und Mitgefühl Hand in Hand gehen können, um Lebenswege zu verändern und Brücken zwischen Kulturen zu bauen. Der Weg ist noch lang, aber die ersten zehn Jahre sind ein klarer Beweis dafür, dass dies nicht nur möglich, sondern auch notwendig ist.



