Das Thema Demokratiebildung steht in den letzten Jahren zunehmend im Fokus der Bildungslandschaft in Deutschland. Die Bedeutung dieser Thematik wird auch durch die Aktivitäten der sechs Pädagogischen Hochschulen in Baden-Württemberg unterstrichen. Diese Institutionen haben sich mit dem landesweiten Bündnis für Demokratie zusammengeschlossen, um gezielt an der Förderung demokratischer Werte zu arbeiten. So berichtet die PH Gmünd, dass Demokratiebildung fest in Studium, Forschung und Weiterbildung verankert ist.

Die Initiative umfasst eine Vielzahl von Formaten, darunter Studienmodule für das Lehramtsstudium, spezialisierte Masterstudiengänge, Workshops, Ringvorlesungen und Weiterbildungsangebote. Professor Dr. Jörg-U. Keßler, der Vorsitzende der Landesrektorenkonferenz der PHn, hebt hervor, dass es darauf ankommt, Bildung als fundamentalen Baustein der Demokratie zu erkennen und zu fördern. Folglich werden Themen wie die Analyse von Sachunterricht im Kontext der Demokratiebildung und der Umgang mit Rechtsextremismus in der sozialen Arbeit behandelt.

Demokratiebildung an Schulen stärken

Doch wie sieht es an den Schulen selbst aus? Die Ergebnisse des Deutschen Schulbarometers 2025 zeigen, dass 54 Prozent der Lehrkräfte angeben, dass an ihrer Schule mehr für die Demokratiebildung getan werden sollte. Diese Umfrage, die jedes Jahr im Auftrag der Robert Bosch Stiftung durchgeführt wird, verdeutlicht den Handlungsbedarf in der schulischen Praxis. Besonders an Grundschulen und Berufsschulen ist der Wunsch nach intensiveren Angeboten ausgeprägt.

  • 66 Prozent der Berufsschullehrkräfte fordern eine Verstärkung der Demokratiebildung.
  • In Förderschulen sind es 64 Prozent und an Haupt-, Real- und Gesamtschulen 63 Prozent.
  • 53 Prozent der Gymnasien lehnen sich mehrheitlich für eine Nachjustierung an.

Die Lehrkräfte betonen, dass die Vermittlung von Wissen, Werten und Fähigkeiten für die aktive Teilhabe an der Gesellschaft von großer Bedeutung ist. Diese Aspekte spiegeln sich auch in den Schulgesetzen und Lehrplänen der Bundesländer wider, die einen respektvollen Umgang und eine aktive Partizipation in der Gesellschaft in den Vordergrund stellen, wie die Bundeszentrale für politische Bildung feststellt.

Ein vielfältiges Bildungsangebot

Die Kultusministerkonferenz (KMK) hat seit Jahren den Auftrag der Demokratieerziehung in der schulischen Bildung verstärkt. Ziel ist es, junge Menschen zur Orientierung in der modernen Gesellschaft zu befähigen und ihnen die nötigen Fähigkeiten zu vermitteln, um politische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Fragen kompetent zu beurteilen. Dabei sind alle Unterrichtsfächer, insbesondere die gesellschaftswissenschaftlichen, aufgerufen, diese Werte zu fördern. Die KMK organisiert jährlich Fachtagungen zur Demokratiepädagogik, um Schulentwicklungen und Materialien zu diskutieren und zu verbessern.

Diese Initiativen, getragen von Institutionen und zivilgesellschaftlichen Organisationen, zeigen deutlich, dass Demokratiebildung mehr als nur ein Schlagwort ist. Sie ist ein zentraler Bestandteil der modernen Bildung, der nicht nur in den Hochschulen, sondern auch in den Schulen dringend gefördert werden muss.

Das Engagement der Pädagogischen Hochschulen in Baden-Württemberg, wie die PH Gmünd beschreibt, und die Rückmeldungen aus den Schulen bestätigen, dass noch viel zu tun bleibt. Die Frage ist nicht nur, wie viel Demokratiebildung heute stattfindet, sondern auch, wie wir sie in Zukunft gestalten wollen, um eine offene und verantwortungsvolle Gesellschaft zu fördern.