Am 15. April 2026 fand ein entscheidendes Gespräch zwischen der Universitätsleitung der Universität Witten/Herdecke (UW/H) und den Ministerien des Landes Nordrhein-Westfalen zur hausärztlichen Versorgung statt. In diesem Austausch wurden insbesondere die Herausforderungen im ländlichen Raum beleuchtet. Zu den Anwesenden gehörten prominente Vertreter wie Ina Brandes, die Ministerin für Kultur und Wissenschaft, sowie Karl-Josef Laumann, ministerialer Leiter für Arbeit, Gesundheit und Soziales. Auch führende Köpfe der Ärztekammer Westfalen-Lippe und der Kassenärztlichen Vereinigung nahmen teil.

Die Diskussion drehte sich um die akute Problematik der hausärztlichen Versorgung, besonders in den ländlichen Regionen von NRW. Ein zentraler Punkt der Debatte war der hohe Anteil an Hausärzt:innen, die über 60 Jahre alt sind. Der demografische Wandel führt dabei zu einer Zunahme der Patientenzahl, was einer dringenden Lösung bedarf.

Maßnahmen der Landesregierung

Die NRW-Landesregierung hat bereits mehrere Maßnahmen initiiert, um die hausärztliche Versorgung zu sichern. Dazu gehört die Einführung der Landarztquote, die ein Kontingent von Medizinstudienplätzen für Bewerber vorsieht, die sich verpflichten, nach ihrer Facharztausbildung für zehn Jahre in unterversorgten Gebieten als Hausärzte zu arbeiten. Weitere Maßnahmen umfassen ein Hausarztaktionsprogramm, den Ausbau von Medizinstudienplätzen sowie den Aufbau einer medizinischen Fakultät in Bielefeld.

Besonders hervorzuheben ist auch die Etablierung von W3-Professuren für Allgemeinmedizin an den medizinischen Fakultäten in NRW. Diese Schritte zielen darauf ab, die Anzahl der Facharztanerkennungen im Bereich der Allgemeinmedizin zu steigern und somit ein stärkeres Interesse an der Hausarzttätigkeit zu fördern.

Engagement der UW/H

Die Universität Witten/Herdecke legt großen Wert auf die Allgemeinmedizin in ihrem Medizinstudium. Ab dem ersten Semester erhalten die Studierenden Praxiseinsätze in der Allgemeinmedizin, und ein verpflichtendes Praktikum von mindestens sechs Wochen ist Teil des Curriculums. Diese Praxisnähe wird durch Kooperationen mit rund 300 Hausarztpraxen, insbesondere in ländlichen Gebieten, unterstützt.

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Ein weiteres Ziel der UW/H ist die Verdopplung der Medizinstudienplätze auf 84 pro Semester bis zum Sommer 2024, mit einem zukünftigen Ziel von 2.750 Studienanfängerplätzen für Humanmedizin im Wintersemester 2026/27. Um diesen Maßstab zu erreichen, bewegt sich NRW im Bundesvergleich auf dem gleichen Niveau wie Bayern und Baden-Württemberg.

Wissenschaftliche Unterstützung und gesellschaftliche Verantwortung

In diesem Kontext spielt das Institut für Allgemeinmedizin und Ambulante Gesundheitsversorgung (iamag) an der UW/H eine bedeutende Rolle. Es fördert die Verbindung von Wissenschaft und Praxis und betreut Ärzt:innen in Weiterbildung, um deren Niederlassung zu unterstützen. Universitätspräsident Prof. Dr. Martin Butzlaff betont die gesellschaftspolitische Verantwortung der UW/H für die ärztliche Gesundheitsversorgung, insbesondere in ländlichen Regionen von NRW.

Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass die Maßnahmen und Initiativen, die sowohl von der Landesregierung als auch von der UW/H ergriffen werden, einen umfassenden Ansatz zur Verbesserung der hausärztlichen Versorgung in Nordrhein-Westfalen darstellen. Diese Bemühungen sind ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung, um den Herausforderungen des demografischen Wandels und des steigenden Bedarfs an medizinischer Versorgung zu begegnen.