Am 24. Februar 2026 fiel der Startschuss für das Verbundprojekt agri:change an der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo). Rund 160 Expertinnen und Experten aus verschiedenen Bereichen diskutieren über die Zukunft der Agrar- und Ernährungswirtschaft, welche durch geopolitische Krisen und globale Unsicherheiten besonders herausgefordert wird. Ziel der Veranstaltung ist die Entwicklung krisenfester und zukunftsfähiger Agrar- und Ernährungssysteme.

Das Projekt agri:change, das mit 24,74 Millionen Euro vom Land Niedersachsen gefördert wird, wird von der Universität Vechta unterstützt, die sich an zwei der vier geplanten „agri:labs“ beteiligt. Diese sind in der Lage, spezifische Fragestellungen bezüglich der Landwirtschaft in Niedersachsen zu bearbeiten.

Die Herausforderungen in der Agrar- und Ernährungswirtschaft

Wissenschaftsminister Falko Mohrs betont, dass die Herausforderungen in der Agrar- und Ernährungswirtschaft komplex sind und eine enge Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Praxis erfordern, um notwendige Innovationen voranzutreiben. Landwirtschaftsministerin Miriam Staudte hebt zudem die Chancen hervor, die sich aus wissenschaftlichen Erkenntnissen und technischen Entwicklungen ergeben.

Die vier agri:labs konzentrieren sich auf Themen wie kreislauforientierte Ressourcennutzung, Tierwohl, innovative Geschäftsmodelle und gesellschaftliche Akzeptanz. Diese Themen sind angesichts der anhaltenden Diskussion über die Notwendigkeit einer Nachhaltigkeitstransformation von besonderer Relevanz. Eine Podiumsdiskussion wird die Zielkonflikte und die Rollen von Politik, Wissenschaft, Praxis und Zivilgesellschaft beleuchten.

Initiativen zur Sicherstellung der Ernährung

Parallel dazu hat die deutsche Entwicklungspolitik die Sonderinitiative „Transformation der Agrar- und Ernährungssysteme – faire Einkommen, gesunde Ernährung, intakte Umwelt“ ins Leben gerufen. Diese Initiative hat das Ziel, Hunger und Mangelernährung zu bekämpfen und das Recht auf gesunde Nahrung für alle Menschen durchzusetzen. Sie stärkt ebenfalls drei zentrale Aktionsfelder in der deutschen Entwicklungszusammenarbeit: Ernährungssicherung, ländliche Entwicklung und Landwirtschaft.

In diesem Zusammenhang bekräftigten die G7-Staaten während der deutschen G7-Präsidentschaft 2022, dass bis 2030 500 Millionen Menschen von Hunger und Mangelernährung befreit werden sollen. Langfristige Transformationen der Landwirtschafts- und Ernährungssysteme sind erforderlich, um Resilienz, Nachhaltigkeit und Geschlechtergerechtigkeit zu fördern.

Umfassender Transformationsbericht

Der Transformationsbericht des Bundeskabinetts, der am 5. Juni 2024 verabschiedet wurde, zeigt Wege auf, wie Landwirtschaft, Ernährungswirtschaft und Forstwirtschaft angesichts der Klimakrise ausreichende und gesunde Ernährung gewährleisten können. Der Bericht, erstellt von BMEL und BMUV, behandelt eine Vielzahl von Herausforderungen in den Bereichen landwirtschaftliche Erzeugung, nachhaltiger Konsum und internationale Zusammenarbeit.

Zu den wesentlichen Punkten des Berichts gehört die Einführung einer verpflichtenden Tierhaltungskennzeichnung, die Verbesserung der Transparenz in der Tierhaltung fördern soll. Zusätzlich werden Programme für natürlichen Klimaschutz und die Förderung heimischer Eiweißpflanzenproduktion vorgestellt. Der Bericht basiert auf der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen und wurde im Rahmen eines breiten Konsultationsprozesses erarbeitet, der zahlreiche Stakeholder einbezog.

Um nachhaltige Agrar- und Ernährungssysteme aufzubauen, sind solche Initiativen und Berichte unerlässlich, um die Herausforderungen der Gegenwart aktiv anzugehen und eine positive Perspektive für die Zukunft zu entwickeln.