Am 16. März 2026 fiel der Startschuss für das neue Projekt QLeVer – Lehre vernetzt: Qualifizierung für Lehrende und Tutor*innen. Unter der Leitung der Universität Greifswald soll dieses Vorhaben die Lehrqualität an Hochschulen in Mecklenburg-Vorpommern deutlich verbessern. Die Auftaktveranstaltung fand in Anwesenheit von Wissenschaftsministerin Bettina Martin statt und markiert den Beginn einer landesweiten Initiative, die mit einer Gesamtförderung von 5,4 Millionen Euro bis 2031 unterstützt wird.
Projektpartner sind namhafte Institutionen wie die Universität Rostock, die Hochschule Neubrandenburg, die Hochschule Wismar und die Hochschule Stralsund sowie die Hochschule für Musik und Theater Rostock. Das QLeVer-Projekt strebt die Etablierung landesweiter Standards in der Lehrqualifizierung und einen intensiven Austausch zwischen den Hochschulen an.
Fokus auf Future Skills
Zentrales Ziel des Projekts ist die Förderung von Future Skills – Kompetenzen, die in einer sich schnell verändernden Arbeitswelt unerlässlich sind. Gemäß Informationen aus Uni Heute werden hier unter anderem Problemlösekompetenz, kritisches Denken, Kollaboration, Kommunikation und Eigeninitiative als die fünf wichtigsten Future Skills hervorgehoben. Dr. Nina Horstmann hat in ihrer Studie aus 2023 die Notwendigkeit dieser Fähigkeiten in der Hochschullehre untersucht und erste Ergebnisse veröffentlicht. In ihrer Untersuchung stellte sie fest, dass gerade bei den Kompetenzen kritisches Denken (78-97%) und Problemlösekompetenz (81-99%) gute Fortschritte sichtbar sind.
Dennoch zeigt die Analyse, dass unterschiedliche Fächer unterschiedlich auf diese Herausforderungen reagieren. Während in der Pflegewissenschaft Kollaboration stark gefördert wird (89%), ist dies in der Rechtswissenschaft nur in 18% der Fall. Digitalkompetenzen werden insgesamt weniger intensiv gefördert, es besteht jedoch ein wachsender Bedarf, diese Kompetenzen auch für andere Studiengänge zu integrieren.
Ziele und Maßnahmen des QLeVer-Projekts
Das QLeVer-Projekt integriert verschiedene hochschuldidaktische Weiterbildungsformate in die bestehenden Strukturen der Partnerhochschulen. Insbesondere wird ein landesweites hochschuldidaktisches Zertifikat für Tutor*innen entwickelt. Die Projekte starten am 1. Oktober 2025 und laufen bis zum 31. Dezember 2029, mit der Option auf eine Verlängerung um zwei Jahre, wie Uni Heute berichtet. Darüber hinaus werden Maßnahmen wie der landesweite Tag der Lehre und ein Lehrpreis zur Würdigung herausragender Lehre in Planung genommen.
Mit der Etablierung eines Didaktik-Hubs soll eine Plattform geschaffen werden, die Materialien und den Austausch zwischen Lehrenden fördert. So können neue Lehrmethoden wie digitale Lehr- und Lernarrangements umfassend vermittelt und erprobt werden.
Langfristige Perspektiven
Langfristig strebt das Projekt eine dauerhafte Verankerung guter Lehre in den Hochschulen des Landes an. Prof. Dr. Anette Sosna, Projektleiterin und Prorektorin für Lehre und Lehrkräftebildung an der Universität Greifswald, betont, dass das Vorhaben auch dazu beitragen soll, die Mitgestaltungsmöglichkeiten von Studierenden zu fördern und deren Kompetenzen umfassend zu entwickeln. Durch die Verknüpfung von Theorie und Praxis wollen die Hochschulen sicherstellen, dass Absolvent*innen gut auf die Anforderungen des Arbeitsmarktes vorbereitet sind.
Die Entwicklung von Future Skills wird auch in weiteren Projekten der Universität Greifswald vorangetrieben, um eine moderne Lehre zu gestalten, die den Anforderungen der Zukunft gerecht wird. Ziel ist es, Studierende nicht nur fachlich, sondern auch in ihren sozialen und digitalen Kompetenzen bestmöglich zu fördern.
Für weitere Informationen über das QLeVer-Projekt und die damit verbundenen Angebote, besuchen Sie die Projektwebseite.