Am 6. Februar 2026 fand auf dem WHU-Campus in Vallendar das Event „Resilient Supply Chains in a Fragmented World: Agility, Sustainability & Geopolitical Strategy“ statt. Organisiert von der WHU Campus for Supply Chain Management, versammelten sich rund 80 Fachleute aus der Branche, um über dringende Herausforderungen und Entwicklungen in der Logistik und im Supply Chain Management zu diskutieren. Die Veranstaltung beleuchtete die Themen Nachhaltigkeit sowie die geopolitische Komplexität, die immer mehr an Bedeutung gewinnen.
Zu den Rednern gehörten namhafte Experten wie Sebastian Feldmann von Roland Berger, der über „New global realities & the rise of a Supply Chain Power Era“ referierte, und Bettina Petzold von Lufthansa Cargo, die die Frage aufwarf: „Can we grow more sustainably?“ Tobias Rentschler von DSV gab Einblicke in die Fusion von DSV und Schenker und die daraus resultierenden Herausforderungen und Chancen für den Markt. Alexander Schuett von DHL Consulting thematisierte die Auswirkungen von Zollschocks und betonte, wie wichtig Resilienz in der globalen Handelslandschaft ist.
Integration von Technologie und Resilienz
Ein wichtiger Aspekt der Veranstaltung war die Podiumsdiskussion zum Thema „Defense, Geopolitics and War: How Conflict is Redefining Global Supply Chains“. In dieser Runde tauschten sich Experten wie Tobias Rentschler und Prof. Dr. Hans Michael Rüdiger von der Munich Business School über neue Technologien und deren Rolle bei der Identifizierung und Steuerung von Risiken in globalen Netzwerken aus. Prof. Dr. Stefan Spinler von der WHU hob hervor, dass flexible Operating Models eine Schlüsselrolle bei der Anpassung an sich verändernde globale Rahmenbedingungen spielen.
Die Rolle der Technologie in globalen Lieferketten wurde auch in den interaktiven Workshops von Inverto eingehend besprochen. Moderne Technologien – darunter KI-gestützte Prognosemodelle und Echtzeit-Tracking – verbessern die Anpassungsfähigkeit und Effizienz von Lieferketten, was in der heutigen dynamischen Welt von entscheidender Bedeutung ist. Laut einer Analyse von Haufe bieten digitale Compliance-Tools eine notwendige Unterstützung für Unternehmen, um gesetzliche Vorgaben wie das europäische Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG) zu überwachen.
Herausforderungen und Chancen in globalen Lieferketten
Globale Lieferketten sind essenziell für die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen. Doch die zunehmende Vernetzung bringt sowohl Chancen als auch Herausforderungen mit sich. Kulturelle, regulatorische und geopolitische Faktoren stellen insbesondere Einkaufsabteilungen vor zahlreiche Anforderungen. Um kulturelle Barrieren zu überwinden, sind interkulturelle Kompetenz und klare Kommunikationsstrukturen notwendig. Workshops und Trainings können hier unterstützend wirken.
Die geopolitischen Spannungen, bestehend aus politischer Instabilität und Handelskonflikten, erfordern eine Diversifizierung der Lieferanten- und Produktionsstandorte. Nearshoring und Onshoring gewinnen verstärkt an Bedeutung, um Transportwege zu verkürzen und die Flexibilität zu erhöhen. Unternehmen sollten regelmäßige Risikobewertungen durchführen, um potenzielle Risiken zu identifizieren und Krisenmanagementpläne zu entwickeln. Diese Maßnahmen sind wichtig, um nicht nur kurzfristige Störungen zu bewältigen, sondern auch langfristige Werte und Wettbewerbsvorteile durch nachhaltige Praktiken zu schaffen.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der WHU Campus for Supply Chain Management nicht nur einen Raum für den Wissensaustausch bot, sondern auch einen wichtigen Impuls für die Strategien zukunftsorientierter Unternehmen in einer komplexen, globalisierten Welt gab. Die Bedeutung von Nachhaltigkeit und Resilienz kann nicht hoch genug eingeschätzt werden, da sie Hand in Hand gehen, um Risiken zu minimieren und Wettbewerbsvorteile zu fördern. Diese Erkenntnisse sind für alle Akteure der Branche von zentraler Bedeutung, um den Herausforderungen der Zukunft gewachsen zu sein.