Der Luftverkehr befindet sich in einer fundamentalen Transformation, die durch den Wechsel von fossilen Brennstoffen zu elektrischen und hybriden Antrieben geprägt ist. Ein zentrales Projekt in diesem Kontext ist „LoPPer“, das sich auf die automatisierte Montage von Magnetkomponenten für elektrische Flugantriebe konzentriert. Professor Dr.-Ing. Ulrich Berger von der BTU betont die ganzheitliche Entwicklung des gesamten Lebenszyklus dieser Antriebe, die mit innovativen Technologien unterstützt wird.
Die Verwendung von digitalen Zwillingen spielt eine wesentliche Rolle bei der virtuellen Planung, Simulation und Optimierung der Produktion, bevor die tatsächliche Umsetzung erfolgt. Ein zusätzlicher Baustein des Projekts ist der digitale Qualitäts-Fingerabdruck, der eine lückenlose digitale Dokumentation jedes Bauteils gewährleistet. Dies führt zu erheblichen Verkürzungen der Zulassungsprozesse in der Luftfahrt.
Interdisziplinäre Zusammenarbeit und hohe Investitionen
Das Projekt wird von namhaften Partnern unterstützt, darunter das Center for Hybrid-Electric Systems Cottbus (chesco), die Additive Drives GmbH aus Dresden sowie die Fraunhofer-Gesellschaft mit drei ihrer Institute. Gemeinsam bringen sie Expertise in der digitalen Produktionsplanung und Lebenszyklusanalyse ein. An der BTU arbeiten 13 Vollzeitmitarbeiter aus sechs verschiedenen Fachgebieten interdisziplinär zusammen, um die Ziele des Projekts zu erreichen.
Die Gesamtinvestitionen für das Projekt belaufen sich auf 14,5 Millionen Euro, wovon rund 3,8 Millionen Euro der BTU zugutekommen. Dies unterstützt nicht nur den Strukturwandel in der Lausitz, sondern fördert auch den Klimaschutz und die Entwicklung einer Hightech-Industrie. Die autonomen Produktionsmethoden sind zudem darauf ausgelegt, Emissionen zu senken und die Massentauglichkeit des elektrischen Fliegens zu stärken.
Zukunftsausblick in der Luftfahrt
Ein weiterer relevanter Aspekt des Wandels im Luftverkehr wird im Projekt DEPA 2070 behandelt, das vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) durchgeführt wird. Die Laufzeit dieses Projekts erstreckt sich vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2024. Ziel ist es, die zukünftige Entwicklung der Passagierluftfahrt bis 2070 zu untersuchen.
Im Rahmen dieses Projekts werden verschiedene Einflussfaktoren analysiert, darunter Bevölkerungswachstum, Energiepreise und geopolitische Entwicklungen. Darüber hinaus wird die Identifikation neuer technologischer Lösungen zur Vereinbarkeit ökologischer und wirtschaftlicher Ziele angestrebt.
Die Forschung umfasst Themen wie die Erstellung realistischer Entwicklungsszenarien und die umfassende Bewertung innovativer Technologien. Die Ergebnisse zeigen, dass technologische Innovationen entscheidend für die Wettbewerbsfähigkeit der Luftfahrt sind, mit möglichen Einsparungen von CO₂-Emissionen pro 100 Passagierkilometer um bis zu 89% im progressiven Szenario mit alternativen Antrieben bis 2070.
Als Teil der zukünftigen Ausrichtungen wird ein zunehmender Einsatz nachhaltiger Flugkraftstoffe (SAF) ab etwa 2030 erwartet, was weiter zur Reduzierung der Emissionen beitragen dürfte. Ziel beider Projekte ist es, die Luftfahrt nicht nur technologisch weiterzuentwickeln, sondern auch signifikante Umweltziele zu erreichen und den Standort Cottbus als Zentrum der hybrid-elektrischen Luftfahrt in Europa zu stärken. BTU berichtet, dass … und das DLR hebt die Trends und technologischen Schwerpunkte hervor.