Die europäische Sicherheitsordnung befindet sich in einem tiefgreifenden Umbruch. Bei einer kürzlich durchgeführten Veranstaltung im Debattenforum am 28. Januar 2026, die von Fee Isabella Weinberger und General Laubenthal moderiert wurde, stand die NATO und die gegenwärtige sicherheitspolitische Lage im Mittelpunkt. Die Diskussionen verdeutlichten, wie sehr der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine die moderne Kriegsführung verändert hat.

General Laubenthal schilderte, dass die klassischen Frontlinien zunehmend verschwinden und stattdessen digitale, überwachte Gefechtsräume entstehen. Technologien wie Drohnen und präzisionsgelenkte Waffen prägen das sogenannte „gläserne Gefechtsfeld“. In diesem Kontext sind Tempo, Anpassungsfähigkeit und technologische Vernetzung entscheidend für die Verteidigung und Abschreckung.

Veränderungen in der NATO

In den Worten von General Laubenthal hat die russische Aggression zu einer Zunahme hybrider Angriffe, Desinformation und Provokationen innerhalb des Bündnisgebietes geführt. Um wirkungsvoll abzuschrecken, ist eine klare Lageeinschätzung und die Fähigkeit, den Gegnern Überlegenheit zu verwehren, unerlässlich. Dabei wird Russland als die größte Bedrohung für Deutschland bezeichnet.

Der NATO-Transformationsprozess ist notwendig, um sich an diese neuen Realitäten anzupassen und die Handlungsfähigkeit zu erhöhen. Die transatlantische Partnerschaft bleibt von Bedeutung, während Europa verstärkt Verantwortung für seine eigene Sicherheit übernehmen sollte.

Folgen für Deutschland und die Allianz

Um eine glaubwürdige Abschreckung zu gewährleisten, sind höhere Verteidigungsausgaben allein nicht ausreichend. Wichtige Aspekte sind auch Führungsstrukturen, einsatzbereite Streitkräfte und eine robuste industrielle Basis. Der Zusammenhalt innerhalb der Allianz ist entscheidend, um Fehlkalkulationen zu vermeiden. Besonderes Augenmerk gilt Deutschland, das geografisch im Zentrum der Allianz liegt und eine Schlüsselrolle in Logistik und Kohäsion spielt.

Führung in diesem Kontext bedeutet, Prioritäten zu setzen, schnelles Handeln und Verantwortungsübernahme zu fordern. Gleichzeitig ist gesellschaftliche Resilienz von zentraler Bedeutung; militärische Stärke allein reicht nicht aus. Abschreckung muss ebenso auf politischer Geschlossenheit und einer widerstandsfähigen Gesellschaft basieren. Sicherheitspolitik wird somit zu einer grundlegenden Aufgabe für Staaten, Bündnisse und die Gesellschaft insgesamt.