
Am 25. März 2025 unterzeichnete Präsidentin Prof. Eva-Maria Kern in Berlin eine wegweisende Vereinbarung zur Gestaltung der Beschaffung der Bundeswehr. In Anwesenheit von Staatssekretär Benedikt Zimmer, Vizeadmiral Carsten Stawitzki und Ralph Herzog von der BAAINBw wurde dieser Schritt als entscheidend für die zukünftige Rüstungsbeschaffung in Deutschland angesehen. Ziel ist es, die Vernetzung zwischen Wissenschaft und Beschaffungswesen zu stärken und auf diese Weise die Rüstungsbeschaffung weiterzuentwickeln. Laut unibw.de werden die gewonnenen Erkenntnisse der wissenschaftlichen Unterstützung als entscheidend für die Anpassung an moderne Herausforderungen erachtet.
Die Unterzeichnung fiel in den Rahmen eines Symposiums, welches unter dem Titel „Perspektiven der (Rüstungs-)Beschaffung der Zukunft“ stattfand. Die Schwerpunkte des Symposiums umfassten unter anderem die Digitalisierung der Prozesse und die strategische Ausrichtung der Rüstungsbeschaffung. In diesem Kontext hob Staatssekretär Zimmer besonders hervor, dass eine kriegstüchtige Bundeswehr das vorrangige Ziel der Vereinbarung sei.
Herausforderungen der Rüstungsbeschaffung
Eingehend thematisierte das Symposium auch die Herausforderungen der aktuellen Beschaffungssituation. Die zunehmend schrumpfende Lieferantenbasis sowie der Bedarf an qualitativ und quantitativ ausreichenden Lieferungen wurden als dringliche Probleme identifiziert. Vizeadmiral Stawitzki skizzierte einen strategischen Rahmen zur Umsetzung erfolgreicher Rüstungsprozesse. Er stellte fest, dass die nationale Sicherheits- und Verteidigungsindustriestrategie ihren Fokus auf Resilienz, Kapazität der Rüstungsindustrie und Schlüsseltechnologien richtet.
Laut Ralph Herzog wurde in den letzten Jahren eine messbare Verbesserung der Bedarfsdeckung festgestellt, was idealerweise zur schnellen und bedarfsgerechten Ausstattung der Bundeswehr beiträgt. Wissenschaftliche Unterstützung zur Bewertung und Verbesserung dieser Prozesse ist essenziell. Die Universität der Bundeswehr München (UniBw M) engagiert sich in diesem Bereich und fördert zehn Doktoranden, die sich mit relevanten Themen der Rüstungsbeschaffung auseinandersetzen.
Bei der Diskussion über den zukünftigen Kurs der militärischen Beschaffung wurde auf mehrere oft übersehene Faktoren hingewiesen. Christoph Ledl von den Stadtwerken München und Felix Zimmermann vom Bundesministerium des Inneren sprachen über die Herausforderungen der Digitalisierung und die Notwendigkeit, effektive Beschaffungsprozesse zu entwickeln.
Globale Trends in der Rüstungsbeschaffung
Die geopolitischen Spannungen und der Krieg zwischen Russland und der Ukraine haben die globalen Sicherheitsstrukturen nachhaltig beeinflusst. Laut defence-network.com überdenken zahlreiche Länder ihre Verteidigungsbudgets sowie militärischen Beschaffungsprozesse. Auch Deutschland ist davon betroffen. Der russische Angriff im Jahr 2022 hat vor allem in Europa zu einer Erhöhung der Verteidigungsausgaben geführt. Die militärischen Systeme sind zunehmend digitalisiert und müssen sich den Bedrohungen durch Cyberangriffe stellen.
Technologische Überlegenheit wird als Schlüssel für die moderne Kriegsführung angesehen. Fortschritte in Bereichen wie Künstliche Intelligenz, Hyperschallwaffen und Cyberwarfare gewinnen zunehmend an Bedeutung. Supermächte investieren erheblich in Technologien, die die Art und Weise, wie Konflikte geführt werden, revolutionieren. Auch der Weltraum wird zunehmend als ein militärischer Operationsraum betrachtet, was die Bedeutung internationaler Kooperationen zur Erreichung von Effizienz und Kostensenkung in der Rüstungsindustrie unterstreicht.
In der heutigen Zeit stellt die Rüstungsbeschaffung einen Wendepunkt dar, der durch geopolitische Spannungen, technologische Innovationen und internationale Zusammenarbeit geprägt ist. Die Fortschritte, die die Rüstungsindustrie in den kommenden Jahren machen muss, werden entscheidend für die Sicherheit und Verteidigungsfähigkeit der Bundeswehr sein.