Am 25. und 26. Februar 2026 finden im Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitales und Energie des Saarlandes in Saarbrücken die „Saarländischen Stahlgespräche“ statt. Diese wichtige Veranstaltung wird vom Lehrstuhl von Professor Marc Bungenberg und dem Europa-Institut der Universität des Saarlandes organisiert, unterstützt vom saarländischen Wirtschaftsministerium. Das zentrale Thema lautet: „Von der Montanunion zur Transformation – Herausforderungen für die Stahlindustrie“ und verspricht, grundlegende Zukunftsfragen zu erörtern.

Eine der Grundlagen der Diskussion wird die langfristige Sicherung der Stahlproduktion in Europa sein. In Zeiten, in denen Dumping-Stahl-Schwämme aus China und hohe Energiepreise die Branche unter Druck setzen, sind der Schutz vor billigen Stahlimporten aus Drittstaaten sowie die grüne Transformation der Stahlbranche von wesentlicher Bedeutung. Laut den Grünen im Bundestag muss die Branche nicht nur wirtschaftlich, sondern auch klimaneutral agieren können.

Zukunftsthemen der Stahlindustrie

Die Saarländischen Stahlgespräche bieten ein umfangreiches Programm, das sich mit geopolitischen Rohstoffabhängigkeiten, Energiepreisen, Wettbewerbsfähigkeit sowie Wasserstofftechnologien und klimaneutralen Produktionsprozessen auseinandersetzt. Am ersten Tag der Veranstaltung wird Universitätspräsident Ludger Santen ein Grußwort eröffnen. Ministerpräsidentin Anke Rehlinger wird dann einen Impulsvortrag halten, gefolgt von Professor Bungenberg, der den europäischen Rechtsrahmen für den Stahlsektor erläutern wird.

Der zweite Veranstaltungstag fokussiert auf innovative Ansätze zur nachhaltigen Transformation in der Stahlproduktion. Ein Höhepunkt wird der Impulsvortrag von Jonathan Weber von SHS Stahl-Holding Saar zum Thema grünem Wasserstoff sein, während Wirtschaftsminister Jürgen Barke eine Keynote halten wird. Auch Paneldiskussionen über den Schutz der Stahlindustrie durch EU-Handelspolitik werden einen wesentlichen Bestandteil der Gespräche darstellen.

EU-Aktionsplan für die Stahlindustrie

Im Kontext dieser Gespräche hat die EU-Kommission einen Aktionsplan für eine wettbewerbsfähige und kohlenstoffarme Stahl- und Metallindustrie vorgestellt. Dieser Plan zielt darauf ab, eine erschwingliche und sichere Energieversorgung zu gewährleisten und die Verlagerung von CO2-Emissionen zu verhindern. Stéphane Séjourné, Exekutiv-Vizepräsident der EU-Kommission, wird den Plan morgen in Duisburg bei thyssenkrupp Steel präsentieren.

Besonders hervorzuheben sind Maßnahmen wie die Nutzung von Stromabnahmeverträgen (PPA) und die Flexibilität der Energiesteuern, um die Strompreisvolatilität zu reduzieren. Datenschutzmechanismen, wie der Kohlenstoffgrenzwert (CBAM), werden ebenfalls thematisiert, um gleiche Wettbewerbsbedingungen sicherzustellen. Die Stahl- und Metallindustrie ist ein bedeutender Wirtschaftsfaktor, der beinahe 2,6 Millionen Menschen in der EU beschäftigt und etwa 80 Milliarden Euro zum BIP der EU beiträgt, wie von der EU-Kommission hervorgehoben wird.

Die von den Grünen im Bundestag angestoßene Diskussion zur Stärkung der Stahlstandorte und zur Schaffung fairer Wettbewerbsbedingungen zielt unter anderem darauf ab, einen Wasserstoff-Hochlauf für die klimaneutrale Stahlproduktion voranzutreiben und den Ausbau erneuerbarer Energien zu fördern. Langfristig sind daher umfassende öffentliche Förderungen und ein gezieltes Qualifizierungsprogramm für die Beschäftigten unerlässlich, um der Stahlindustrie in Deutschland und Europa eine sichere Zukunft zu garantieren.