Am 23. Februar 2026 öffnet das Café Kyiv seine Tore im Colosseum in Berlin, organisiert von der Konrad-Adenauer-Stiftung. Diese Veranstaltung, bereits ausgebucht, zieht Wissenschaftler*innen der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder) an, die durch ihre vielfältigen Beiträge zur Ukraineforschung einen bedeutenden Beitrag leisten. Im Vorjahr wurden rund 5.000 Besucher*innen gezählt, die an über 100 Veranstaltungen teilnahmen, ein klarer Indikator für das wachsende Interesse an diesem Thema. Die Eröffnung wird von Bundeskanzler Friedrich Merz vorgenommen, der dem bedeutenden Austausch über die Ukraine und die dortigen Herausforderungen höchste Priorität einräumt.

Das Programm unter Beteiligung der Europa-Universität Viadrina umfasst eine Reihe von spannenden und aufschlussreichen Veranstaltungen. Um 9:00 Uhr findet der Panel „Talking About Rivers in Ukraine: From Lessons and Reflections to Action“ auf der Silent Stage statt. Dr. Tetiana Gardashuk, Dr. Francesc Rodríguez und Seila Fernández Arconada werden dabei zentrale Fragestellungen zur Ukraine erörtern.

Vielseitige Programmpunkte

Um 10:00 Uhr folgt der Workshop „Navigating the Gap – Power, Positionality, and Solidarity in Work on Ukraine“, der sich mit den ethischen Herausforderungen der Forschung im Kontext des Kriegs befasst. Dieser Workshop wird von zwölf Promovierenden des Kompetenzverbunds Interdisziplinäre Ukrainestudien (KIU) organisiert und findet im Kino 5 statt.

Ein weiterer interessanter Programmpunkt ist die Präsentation zweier neuer Sammelbände zur Ukraine um 11:45 Uhr auf der Book Stage. Dr. Susann Worschech und Dr. Michael Dobbins erläutern die Inhalte der Bücher „Freiheitsschauplatz“ (Nomos) und „Das politische System der Ukraine“ (Springer).

Um 12:30 Uhr werden in zwei parallelen Diskussionen wichtige Themen behandelt. Im Kino 10 diskutieren Prof. Dr. Annette Werberger, Prof. Dr. Jan-Claas Behrends und Prof. Dr. Andrii Portnov über die Forschung zu Mittel- und Osteuropa nach vier Jahren Angriffskrieg. Im Kino 3 findet unter der Moderation von Dr. Gesine Dornblüth die Diskussion „Von der Unkenntnis zur Desinformation? Osteuropa und die Ukraine im deutschen (Geschichts-)Bewusstsein“ statt, an der Dr. Susann Worschech, Prof. Dr. Winfrid Halder und Dr. Kateryna Kobchenko teilnehmen.

Der letzte Programmpunkt des Tages ist ein Livepodcast „Ostausschuss der Salonkolumnisten“ mit Prof. Dr. Jan-Claas Behrends und der Gesprächspartnerin Dr. Jana Puglierin. Dieses Format wird um 19:45 Uhr im Kino 1 stattfinden und verspricht einen lebhaften Austausch über aktuelle Themen.

Interdisziplinäre Ukrainsstudien

Der Schlüssel zu diesen fortschrittlichen Diskussionen liegt in der Zusammenarbeit und Vernetzung von Fachleuten aus verschiedenen Disziplinen, wie sie auch von der Universität Regensburg angestrebt wird. Hier wird das Zentrum für interdisziplinäre Ukrainestudien „Denkraum Ukraine“ von 2024 bis 2028 gefördert, mit dem Ziel, einen international sichtbaren Wissens- und Kommunikationshub zu schaffen. Dies geschieht durch die Unterstützung des DAAD aus Mitteln des Auswärtigen Amts, die sicherstellen soll, dass Themen wie Geschichtsforschung, Kultur, Politik, Recht und Wirtschaft angemessen bearbeitet werden. Das Zentrum verfolgt auch thematische Schwerpunkte, die Sprach- und Kulturerbe, Krieg und Frieden sowie Flucht und Migration umfassen, und schafft damit eine Dialogplattform über disziplinäre Grenzen hinweg.

Mit den geförderten Zentren der interdisziplinären Ukrainestudien, die unter anderem auch den Kompetenzverbund Interdisziplinäre Ukrainestudien Frankfurt (Oder) – Berlin (KIU) der Europa-Universität Viadrina betreffen, stehen insgesamt knapp fünf Millionen Euro bis 2028 zur Verfügung. Diese Initiative zeigt den erhöhten Bedarf an Expertenwissen zu Osteuropa und der Ukraine in Deutschland und verfolgt das Ziel, aktuelle Forschungsergebnisse einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Die Vernetzung und gegenseitige Unterstützung unter den Wissenschaftlern ist von entscheidender Bedeutung für die Stärkung des Lehrangebots und der Forschung zu ukrainebezogenen Themen.

Zusammengefasst ist das Café Kyiv nicht nur eine Plattform für den Austausch von Ideen sondern auch ein entscheidender Schritt in der Förderung interdisziplinärer Forschung zur Ukraine. Die Vielzahl der Veranstaltungen und die geballte Expertise der Teilnehmer:innen zeigen das Engagement der Wissenschaftswelt, die Ukraine in den Fokus wissenschaftlicher und öffentlicher Diskussionen zu rücken.

Europa-Universität, Universität Regensburg, DAAD