Eine aktuelle Befragung von 515 kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) in Mecklenburg-Vorpommern, durchgeführt im Rahmen des Projekts „Regionales Zukunftszentrum Mecklenburg-Vorpommern+ (ZMV+)“ an der Universität Greifswald, zeigt interessante Perspektiven für das Jahr 2026. Im Mittelpunkt der Zukunftsplanung der meisten Betriebe stehen demografische Aspekte sowie organisatorische Prozesse. Dies ist ein deutlicher Hinweis darauf, dass Menschen und ihre Qualifizierung für die Unternehmen von zentraler Bedeutung sind.

Die Umfrageergebnisse enthüllen, dass 73 Prozent der befragten Unternehmen ihre zentralen Zukunftsthemen im Bereich der Menschen sehen. Wichtige Punkte sind unter anderem die Fachkräftegewinnung, die Qualifizierung und die Führungsstruktur. Darüber hinaus planen 44 Prozent der KMU, ihre internen Abläufe und Organisationen weiterzuentwickeln. Die digitale Transformation wird hingegen eher zurückhaltend betrachtet: Nur 19 Prozent der Unternehmen sehen Digitalisierung oder Technologien als zukunftsträchtige Themen an, ein Rückgang im Vergleich zum Vorjahr, als dies noch 30 Prozent waren.

Technologische Herausforderungen und Künstliche Intelligenz

Ein bemerkenswerter Aspekt der Befragung ist der eingeschränkte Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI). Derzeit nutzen 72 Prozent der KMU keine KI, und wo diese vorhanden ist, beschränkt sich der Einsatz meist auf einfache Anwendungen wie Automatisierung und Entscheidungsunterstützung. Firmen, die an einem Einsatz von KI interessiert sind, äußern den Wunsch nach praxisnaher Unterstützung, wie etwa Einstiegs- und Weiterbildungsangeboten.

Dr. Jan Vitera von der Universität Greifswald betont, dass KMU ihre Zukunft nicht nur als technische Herausforderung, sondern vielmehr als soziale und organisatorische Gestaltungsaufgabe ansehen. Dies spiegelt sich in den klaren Anforderungen der Unternehmen wider, ihre Mitarbeiter und die internen Prozesse zu entwickeln.

Zukunftszentrum als Unterstützungsangebot

Um diesen Unternehmen zielgerichtete Unterstützung anzubieten, wurde das Whitepaper „Zukunftsthemen und Unterstützungsbedarfe von KMU in MV im Jahr 2026“ erstellt. Dieses Dokument soll Akteuren aus Wirtschaftsförderung, Politik und Beratung dabei helfen, geeignete Unterstützungsangebote passgenauer auszurichten. Das Zukunftszentrum MV+ agiert dabei als zentrale Anlaufstelle für KMU in Mecklenburg-Vorpommern und ist darauf spezialisiert, diese Betriebe bei digitalen und demografischen Herausforderungen zu unterstützen.

Das ZMV+ wird durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales sowie die EU im Rahmen des Europäischen Sozialfonds Plus (ESF Plus) gefördert. Dies unterstreicht die Wichtigkeit des Projekts in der aktuellen wirtschaftlichen und sozialen Landschaft Mecklenburg-Vorpommerns.

Diese Erkenntnisse bieten wertvolle Einblicke in die Bedürfnisse und Herausforderungen von KMU in der Region, die dringend nach Unterstützung suchen, um sich auf eine zukunftssichere Basis zu stellen. uni-greifswald.de berichtet, dass die soziale Dimension der Unternehmensentwicklung mehr denn je im Fokus steht.