Am 12. März 2026 eröffnete die Technische Universität Dresden (TUD) gemeinsam mit dem Fraunhofer Institut für Verfahrenstechnik und Verpackung (IVV) die Veranstaltung „100 Jahre Innovationen in Verarbeitungstechnik und Verpackung“. Diese Feier markiert zwei bedeutende Jubiläen: 70 Jahre Lehre an der TUD und 30 Jahre Fraunhofer IVV in Dresden. Unter der Leitung von Prof. Jens Majschak, Inhaber der Professur für Verarbeitungsmaschinen und Verarbeitungstechnik sowie Institutsleiter, präsentiert das Zentrum neue Impulse für die digitale Zukunft der Lebensmittelverarbeitung und nachhaltige Verpackung.
Die Jubiläumsveranstaltung zog Vertreter internationaler Großunternehmen an, die sich über fortschrittliche Technologien und die Zukunft der Verpackung in der Lebensmittelverarbeitung informierten. Ministerpräsident Michael Kretschmer, Rektorin Prof. Staudinger und Prof. Müller-Groeling, Vorstand des Fraunhofer IVV, besichtigten die modernen Technologien des Instituts, unter anderem KI-gestützte Tools zur Optimierung der Verpackungsprozesse sowie ein neuartiges Hochgeschwindigkeitsverfahren zur Verpackungsversiegelung.
Forschung für die Nachhaltigkeit
Das Fraunhofer IVV und die TUD engagieren sich seit Jahrzehnten in der Entwicklung resilienter Ernährungsstrategien und zukunftsfähiger Verpackungskonzepte. Eine zentrale Zielsetzung ist die Schaffung nachhaltiger Verpackungen zur Minimierung von Lebensmittelverlusten und schonenden Umgang mit Ressourcen. Dazu wird angestrebt, den Materialeinsatz, insbesondere von Plastik, zu reduzieren und fossile Rohstoffe durch nachwachsende Alternativen zu ersetzen. Allerdings muss der Verzicht auf Kunststoffe als nicht zielführend angesehen werden, wie anhand der Ökobilanz von Mehrweg-Getränkeflaschen aus PET gezeigt wird.
Ein Schlüssel zu Ressourceneffizienz und Müllvermeidung liegt in geschlossenen Materialkreisläufen. Hier entwickelt das Fraunhofer IVV fortschrittliche Lösungen, darunter laserbasierte Abfallsortiersysteme zur Trennung von Lebensmittelverpackungen von anderen Reststoffen. Zudem werden fluoreszierende Tracer mit materialspezifischen Codes auf Verpackungen verwendet, um die Recyclingfähigkeit zu verbessern.
Innovationen und Herausforderungen in der Verpackungsindustrie
Die Verpackungsbranche steht vor einem Umbruch. Intelligente Verpackungen und Monomaterialien, die aus nur einem Material bestehen, sollen den Recyclingkreislauf bis 2025 verbessern. Unternehmen setzen zunehmend auf Monomaterialien wie recycelbare Kunststoffe (PP, PE) und optimierte Papierverpackungen. Intelligente Verpackungen mit Sensoren ermöglichen es, Frische und Haltbarkeit von Lebensmitteln zu überwachen, was zur Verringerung von Lebensmittelverschwendung beitragen kann.
Die Zukunft der Verpackungstechnologie erfordert Investitionen in Forschung, Entwicklung und neue Produktionsprozesse. Die EU fördert nachhaltige Verpackungen durch den „European Green Deal“ und hat strenge Vorgaben zur Recyclingfähigkeit von Kunststoffverpackungen bis 2030 eingeführt. Unternehmen, die sich an diese neuen Anforderungen anpassen, können Wettbewerbsvorteile gewinnen und Kosteneinsparungen realisieren.
In einem sich schnell verändernden Marktumfeld sind innovative Lösungen, wie biologisch abbaubare Verpackungen und hochentwickelte recycelbare Kartonverpackungen, entscheidend. Die Verbraucher profitieren von intelligenten Verpackungen, die mehr Informationen bieten und so bei der Reduktion von Lebensmittelverschwendung helfen. In diesem Kontext hebt Prof. Staudinger die Bedeutung des Forschungsökosystems DRESDEN-concept hervor.
Zusammenfassend bekräftigen die Forschungsanstrengungen der TUD und des Fraunhofer IVV in Dresden, dass die Entwicklung nachhaltiger Verpackungslösungen nicht nur ein wichtiges Ziel ist, sondern auch entscheidend für die Zukunft der Lebensmittelverarbeitung. Durch den Austausch von Ideen und Technologien auf solchen Veranstaltungen können neue Wege beschritten werden, die sowohl der Industrie als auch den Verbrauchern zugutekommen.