Der Weizenanbau in Deutschland steht vor großen Herausforderungen, insbesondere im Hinblick auf die Nachhaltigkeit und die Anpassung an den Klimawandel. Am 17. März 2026 wurde ein bedeutender Förderbescheid über 1,5 Millionen Euro an die Wissenschaftler der Universität Hohenheim, Prof. Friedrich Longin und Prof. Tanja Schwerdtle vom Max Rubner-Institut, übergeben. Dieses Budget fließt in das Forschungsprojekt „FutureWheat“, das darauf abzielt, klimafreundlicheren Backweizen zu produzieren, ohne die Qualität zu beeinträchtigen. Laut Uni Hohenheim ist Weizen in Deutschland die wichtigste Getreideart für Brot und Backwaren, da er auf rund drei Millionen Hektar angebaut wird.
Das Projekt wird von Wissenschaftlern der Universität Hohenheim und des Max Rubner-Instituts sowie Partnern aus der Landwirtschaft, Züchtung und der Mühlen- und Backindustrie durchgeführt. Ein Großteil der Forschung konzentriert sich darauf, die Stickstoffdüngung zu reduzieren, um Treibhausgasemissionen zu senken, ein wichtiges Ziel, das bereits 2024 mit der Unterzeichnung einer Erklärung zur Senkung von Emissionen im Rahmen der Wertschöpfungskette Backweizen unterstützt wurde.
Effiziente Nutzung von Stickstoff im Weizenanbau
Eine aktuelle Studie, veröffentlicht in der Fachzeitschrift Nature Plants, hat gezeigt, dass die Düngung mit Stickstoff im Weizenanbau um bis zu das Vierfache steigen muss, um das Ertragspotential voll auszuschöpfen. Diese Erkenntnisse stammen aus Simulationsexperimenten, an denen auch Forschende des Leibniz-Zentrums für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) beteiligt waren. Ein zentraler Punkt ist, dass weltweit durchschnittlich nur 48% des ausgebrachten Stickstoffs von Pflanzen aufgenommen werden, was zu erheblichen Umweltauswirkungen führt, darunter die Belastung der Wasserqualität und der Verlust der Biodiversität. Diese Daten wurden auch von ZALF bekräftigt.
Die erhöhten Stickstoffmengen könnten letztendlich negative Auswirkungen auf die Ökosysteme in Agrarlandschaften haben. Daher ist es entscheidend, Lösungen zu finden, die sowohl die Erträge steigern als auch die ökologischen Fußabdrücke minimieren. Lösungsansätze umfassen die Züchtung von Weizensorten mit verbesserten Stickstoffaufnahmefähigkeiten sowie agrarische Praktiken, die den kombinierten Anbau mit Leguminosen fördern. Ein solches integratives Vorgehen ist notwendig, um die agronomischen, genetischen und sozio-ökonomischen Aspekte des Weizenanbaus zu berücksichtigen.
Nachhaltige Lösungen für die Zukunft
Der zukünftige Stickstoffbedarf im Weizenanbau wird durch die wachsende Weltbevölkerung und die damit verbundene steigende Nachfrage noch dringlicher. Im Kontext des Klimawandels stehen der Landwirtschaft einige Herausforderungen bevor, wie zum Beispiel die Notwendigkeit, die negativen Auswirkungen auf das Klima und die Umwelt zu minimieren. Daher muss die gesamte Agrar- und Ernährungssystematik in die geplanten Maßnahmen einbezogen werden, wie VBIO konstatiert.
Das Forschungsprojekt „FutureWheat“ wird über einen Zeitraum von 36 Monaten laufen, beginnend am 1. Mai 2026, und wird vom Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat gefördert. Durch den Einsatz moderner Sensorik, Bildanalyse und künstlicher Intelligenz wird angestrebt, schnellere Tests für die Kornqualität zu entwickeln und die Auswirkungen unterschiedlicher Umweltbedingungen auf Ertrag und Backqualität zu untersuchen.
Insgesamt zielt das Projekt darauf ab, nicht nur die Bewertung der Backqualität zu verbessern, sondern auch die Sortenwahl an regionale Bedingungen anzupassen. Damit stellt „FutureWheat“ einen wichtigen Schritt in Richtung einer nachhaltigeren Landwirtschaft und einer zukunftsfähigen Nahrungsmittelproduktion dar.