Die Herausforderungen des Klimawandels machen auch vor den Talsperren in Thüringen nicht Halt. Diese spielen eine entscheidende Rolle sowohl bei der Wasserspeicherung als auch beim Hochwasserschutz. Am 13. März 2026 wird Markus Möller, Fachhydrologe der Thüringer Fernwasserversorgung, im Faraday-Hörsaal der TU Ilmenau einen Vortrag halten, der sich intensiv mit diesen Themen auseinandersetzt. Der Eintritt zu dieser wichtigen Veranstaltung beträgt 5 Euro, und sie findet im Rahmen des TU Ilmenau Bürgercampus statt.
Die Thüringer Talsperren sind nicht nur entscheidend für die Regulierung des Trinkwasserhaushalts, sie müssen auch den Anforderungen des Klimawandels begegnen. Möller wird Grundlagen der Bemessung und Steuerung von Talsperren sowohl bei Hoch- als auch Niedrigwasser erläutern. Zudem wird er auf die kritischen Spannungsfelder eingehen, die bei der Bewirtschaftung von Talsperren auftreten, wenn diese mehreren Nutzungen dienen sollen. Auch aktuelle Beobachtungsdaten und Klimaprognosen für Thüringer Talsperren stehen auf der Agenda und werden Strategien zur Anpassung der Talsperrenbewirtschaftung an neue klimatische Herausforderungen thematisieren.
Klimawandel und seine Auswirkungen
In Sachsen zeigen sich die Auswirkungen des Klimawandels ebenfalls dramatisch: Hier sind extreme Wetterereignisse wie zunehmende Dürren, Starkregen und Stürme an der Tagesordnung. Die sächsische Talsperrenverwaltung ist gefordert, ausreichend Wasser für Trink- und Brauchwasser zu speichern sowie Rückhaltekapazitäten für Hochwasserereignisse bereitzustellen. Sachsen betreibt über 80 Anlagenkomplexe, die für die Wasserversorgung der Regionen von größter Bedeutung sind. Sie versorgen nicht nur Städte, sondern auch die Landwirtschaft und Industrie.
Um die Sicherheit und Funktionsfähigkeit dieser Bauwerke zu gewährleisten, müssen regelmäßige Inspektionen von Mauerwerk, Rohrleitungen und Entnahmeanlagen durchgeführt werden. Die steigenden Temperaturen in Luft und Wasser begünstigen zudem Algenblüten und vermindern den Sauerstoffgehalt, was die Trinkwasserqualität gefährden könnte. Wöchentliche Proben und Tests auf über 30 Parameter, einschließlich pH-Wert und Nitrat, sind notwendig, um die Qualität des Trinkwassers sicherzustellen.
Strategien für den Landschaftswasserhaushalt
Über die Notwendigkeit eines funktionsfähigen Landschaftswasserhaushalts wird im Kontext des Klimawandels immer häufiger diskutiert. Eine Vision für eine „Schwammlandschaft“ ist entscheidend, um den Klimawandel zu bewältigen. Diese Landschaften zeichnen sich durch ihre Fähigkeit aus, Wasser aufzunehmen, zu speichern und langsam abzugeben. Ein intakter Landschaftswasserhaushalt ist eine Grundvoraussetzung für Klimaanpassung, nachhaltige Landwirtschaft und Hochwasserschutz, was wiederum auf die Wichtigkeit eines langfristigen, strukturierten Managements hinweist.
Maßnahmen wie das Schaffen von Raum für Flüsse, das Nutzen von Synergien zwischen Hochwasser-, Natur- und Klimaschutz sowie die konsequente Umsetzung bestehender Förderprogramme sind notwendig. Zudem wird eine angepasste Flächenbewirtschaftung angepriesen, um mehr Wasser in der Fläche zu halten. Beispielsweise könnte durch konservierende Bodenbearbeitung die Bodenstruktur geschont, Erosion vermindert und die Wasseraufnahme verbessert werden.
Insgesamt wird die Veranstaltung an der TU Ilmenau viele interessante Einblicke in die Herausforderungen geben, die Thüringer Talsperren wegen des Klimawandels meistern müssen. Das Symposium verspricht, ein wichtiger Schritt in Richtung einer nachhaltigen Wasserwirtschaft zu sein.