Die Mensch-Roboter-Interaktion gewinnt zunehmend an Bedeutung, insbesondere in öffentlichen Räumen, wo Roboter alltägliche Aufgaben übernehmen sollen. Am 18. März 2026 berichtete die TU Chemnitz über eine aktuelle Studie, die von der Professur für Arbeitswissenschaft und Innovationsmanagement unter der Leitung von Prof. Dr. Angelika Bullinger-Hoffmann durchgeführt wird. Ziel dieser Studie ist es, zu verstehen, wie Roboter den Alltag der Menschen beeinflussen und wie zukünftige Robotersysteme benutzerfreundlicher sowie sicherer gestaltet werden können.

Für die Untersuchung, die vom 7. bis 26. April 2026 stattfinden wird, werden Probandinnen und Probanden gesucht. Die Vor-Ort-Befragungen dauern jeweils 25 Minuten und fokussieren sich darauf, welche Faktoren die Meinungen der Teilnehmenden zu Robotern im öffentlichen Raum prägen. Die Teilnehmenden können sich online für die Befragungen anmelden, die im Hintereingang des Projekthauses MeTeOr, Erfenschlager Straße 73 (Gebäude E05), durchgeführt werden. Um an der Studie teilzunehmen, müssen die Probanden zwischen 18 und 65 Jahre alt sein. Eine Aufwandsentschädigung von zehn Euro wird angeboten. Weitere Informationen sind bei Marty Friedrich erhältlich, der unter der Telefonnummer +49 (0) 371 531-34086 oder per E-Mail an marty.friedrich@mb.tu-chemnitz.de kontaktiert werden kann.

Forschung zur harmonischen Koexistenz

Parallel dazu findet an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) unter der Leitung von Prof. Dr. Johannes Kraus ein Forschungsprojekt statt, das sich mit der Mensch-Roboter-Interaktion im öffentlichen Raum beschäftigt. Dieses Projekt, das Teil der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Initiative ZEN-MRI ist, untersucht nicht nur das Verhalten und die Gestaltung von Robotern, sondern auch deren Informationsvermittlung an Bürger. Im Rahmen dieser Studie wird eine inklusive Gestaltung untersucht, die besonderen Fokus auf Barrierefreiheit legt. Zu den Vorhaben gehört die aktuelle Untersuchung der Bedürfnisse seheingeschränkter Personen in der Interaktion mit Robotern.

Kraus, der seit Oktober 2023 als Juniorprofessor an der JGU tätig ist, beschreibt, dass die ingenieurpsychologische Forschung entscheidend für die Entwicklung humaner Robotersysteme ist. Künftige Service- und Assistenzroboter werden in der Lage sein, Aufgaben wie Reinigung und Transport in Fußgängerzonen, an öffentlichen Plätzen und in Bahnhöfen zu übernehmen. Diese Roboter müssen in der Lage sein, mit Passanten zu interagieren, um ihre Aufgaben effektiv und sicher zu erfüllen.

Kooperation in der Forschung

Das ZEN-MRI, das bis August 2025 läuft, beinhaltet eine Kooperation zwischen der Universität Ulm, der Hochschule der Medien Stuttgart, dem Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO sowie der Stadt Ulm und der Adlatus Robotics GmbH. Im Ulmer Zentrum werden Testflächen in der Innenstadt, unter anderem in der Fußgängerzone und Bahnhofspassage, eingerichtet. Dort wird die Interaktion von Robotern mit Passanten erforscht und Optimierungspotential des Robotverhaltens sowie deren Integration in den öffentlichen Raum untersucht.

Zusätzliche Themen umfassen die rechtlichen, ethischen Fragestellungen sowie Design- und Sicherheitsvorgaben für Roboter. Dieses interdisziplinäre Vorgehen soll zu einem harmonischen Zusammenleben zwischen Menschen und Robotern in urbanen Umfeldern beitragen. Umfangreiche Forschungsschwerpunkte legen den Grundstein für die Technologisierung des täglichen Lebens, was die Potenziale und Herausforderungen, die sich aus der Implementierung robuster Robotersysteme im öffentlichen Raum ergeben, anspricht. In einem sich schnell verändernden Umfeld ist es entscheidend, die Anforderungen aller Benutzergruppen zu berücksichtigen und sicherzustellen, dass zukünftige Technologien den Bedürfnissen der Gesellschaft gerecht werden.