Am 14. Februar 2026 präsentieren Studierende des Masterstudiengangs Stadt- und Regionalplanung der BTU Cottbus-Senftenberg die Ergebnisse ihres Projekts „Dritte Orte in der ländlichen Entwicklung“. Dieses Vorhaben thematisiert die Bedeutung von Begegnungsorten im Landkreis Spree-Neiße, die neben den eigenen vier Wänden und dem Arbeitsplatz eine wichtige Rolle für das gesellschaftliche Zusammenleben spielen. Die Studierenden haben sich im Wintersemester 2025/26 intensiv mit den Herausforderungen dieser „Dritten Orte“ auseinandergesetzt, um deren Erhalt und Neubau zu fördern.
Die öffentliche Veranstaltung, die am Dienstag, dem 17. Februar 2026, ab 16:30 Uhr im Soziokulturellen Zentrum Cottbus-Sachsendorf stattfinden wird, trägt den Titel „Vernetzt in die Zukunft – Dritte Orte im Dialog“. Interessierte Bürger*innen sind herzlich eingeladen, teilzunehmen. Eine Anmeldung ist per E-Mail an Richard.Pantzier(at)b-tu.de erforderlich. Die Zukunftswerkstatt zielt darauf ab, die Ergebnisse des Projekts vorzustellen und in Diskussionen an Thementischen die Bedarfe sowie Ideen aus den Gemeinden sichtbar zu machen.
Relevanz von „Dritten Orten“
Dritte Orte sind für den sozialen Austausch und das gesellschaftliche Zusammenleben entscheidend und haben in Zeiten des demografischen Wandels sowie der Daseinsvorsorge an Bedeutung gewonnen. Die Studierenden des Projekts untersuchen, wie diese Orte gestärkt oder neu geschaffen werden können. Ihre Forschung berücksichtigt nicht nur die Bedürfnisse der Bevölkerung, sondern auch aktuelle gesellschaftliche Themen wie Klimakrise, Gerechtigkeit und der Zuwanderung, die in die Planung einfließen.
Im Rahmen des Projekts unternahmen die Studierenden Exkursionen zu verschiedenen Begegnungsorten im Landkreis Spree-Neiße, darunter die Villa Digitalkultur in Forst, die als Reparatur-Café und Veranstaltungsort dient, sowie das Heimat- und Freilichtmuseum Dissen, ein wichtiger Ort für Gemeinschaftserlebnisse. Diese praktischen Einblicke sollen dazu dienen, konkrete Projektansätze für die Entwicklung von Dritten Orten zu erarbeiten.
Forschung und Entwicklung
Das Projekt „Dritte Orte in der ländlichen Entwicklung“ wird von der Praxisforschungsstelle Cottbus gefördert, im Rahmen des übergeordneten Projektes „Transferraum Alterperimentale“. Die Erkenntnisse, die im Rahmen dieses Projekts gewonnen werden, sollen nicht nur zur Verbesserung der bestehenden Dritten Orte beitragen, sondern auch eine Grundlage für die Zusammenarbeit zwischen Akteur*innen und Bürger*innen im Landkreis schaffen.
Zusätzlich widmet sich das Forschungsprojekt des Deutschen Instituts für Urbanistik (Difu) der Stärkung von Dritten Orten als „Inkubatoren“ für das Gemeinwesen. Dabei stehen Fragen zu architektonischer Gestaltung, spezifischen Angeboten und Finanzierungsfragen im Fokus. Laut Berichten betont auch ein amtlicher Regierungsbericht die wirtschaftliche Relevanz ländlicher Regionen, in denen über die Hälfte der Bevölkerung lebt und die Ehrenamtlichkeit einen maßgeblichen Einfluss auf die Lebensqualität und den sozialen Zusammenhalt hat.
Durch die Verbindung von Forschung und praktischer Anwendung können Dritte Orte wesentlich dazu beitragen, das gesellschaftliche Leben zu fördern und Herausforderungen wie den Fachkräftemangel und die Gesundheitsversorgung in ländlichen Räumen zu meistern. Der Ansatz von Dritten Orten als Räume sozialen Austauschs und institutionalisierter Begegnung bleibt daher in der gegenwärtigen Diskussion um ländliche Entwicklung von zentraler Bedeutung.