Am 2. April 2026 feierte das Aueninstitut an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt (KU) sein 20-jähriges Bestehen. Das Institut hat sich über zwei Jahrzehnte hinweg der Forschung und Renaturierung von Auenökosystemen gewidmet und ist ein Kernelement im Auwald zwischen Neuburg und Ingolstadt, einem 2000 Hektar großen Gebiet, das zu den bedeutendsten Auwäldern an der Donau zählt. Dieses Projekt, das vor 20 Jahren ins Leben gerufen wurde, zielt darauf ab, die stark regulierte Landschaft entlang des Flusses durch gezielte Überflutungen und Absenkungen des Grundwassers zu revitalisieren. In diesem Kontext berichtete Prof. Dr. Bernd Cyffka, der Gründer des Instituts, beim Festakt über die Fortschritte und Herausforderungen der Auenforschung.
Das Ziel der Renaturierungsmaßnahmen ist es, ein naturnahes Ökosystem zurückzugewinnen, das durch frühere Eingriffe stark beeinträchtigt wurde. Das Aueninstitut hat an mehreren Stellen Anbindungen zu angrenzenden Waldgebieten geschaffen, um Flusswasser einzuleiten und den natürlichen Wasserhaushalt zu unterstützen. Ein weiteres zentrales Element ist die Wiederherstellung des acht Kilometer langen Ottheinrichsbachs, der nunmehr regelmäßig teil der ökologischen Flutungen ist.
Positive Effekte der Renaturierung
Die Wissenschaftler des Aueninstituts haben seit 2009 die Einflussnahme dieser Maßnahmen auf hydrologische Prozesse sowie die Flora und Fauna des Gebiets untersucht. Bemerkenswerte 45 Arten, darunter sechs vom Aussterben bedrohte Pflanzen, konnten nach der Renaturierung wieder nachgewiesen werden. Hochwasserereignisse, die für Auwälder von lebenswichtiger Bedeutung sind, spielen ebenfalls eine zentrale Rolle im Erhalt der typischen Lebensräume.
Die Ergebnisse dieser Forschungsprojekte zeigen positive Entwicklungen in den renaturierten Gebieten, die als naturnahe Inseln in einer intensiv genutzten Kulturlandschaft fungieren. Auenökosysteme sind regenerierbar, allerdings benötigen sie große Zeiträume, um sich zu erholen. Diese zeitlichen Dimensionen und die Notwendigkeit einer effizienten Flussdynamik wurden in der wissenschaftlichen Diskussion immer wieder erwähnenswert hervorgehoben. Auch bundesweit gibt es die Möglichkeit, auf etwa 850 Flächen Altauen wieder an natürliche Überschwemmungsprozesse anzuschließen, was einer Vergrößerung der rezenten Auen um 40% entsprechen könnte.
Bedeutung für die Zukunft
Prof. Dr. Bernd Cyffka, der maßgeblich an der Entwicklung des Instituts beteiligt war, geht zum 31. März in den Ruhestand. Unter seiner Leitung hat sich das Aueninstitut zu einer anerkannten Forschungseinrichtung mit hoher wissenschaftlicher Qualität und internationaler Ausstrahlung entwickelt. Das Institut arbeitet in Kooperation mit lokalen Partnern, wie dem Landkreis Neuburg-Schrobenhausen und den Städten Ingolstadt und Neuburg, die sich finanziell engagieren, um die Bedeutung der Auen für die Bevölkerung zu unterstreichen.
Auch international ist das Aueninstitut aktiv und forscht derzeit im Rahmen des EU-Projekts „SWIM“, das sich mit wandernden Fischarten beschäftigt. Diese Vielfalt an Projekten und Forschungen belegt, dass der Erhalt und die Wiederherstellung von Auen nicht nur zur Artenvielfalt beitragen, sondern auch einen signifikanten Einfluss auf Hochwasser- und Grundwasserschutz haben.



