Dr. Sebastian Scheich von der Universitätsmedizin Frankfurt hat im Rahmen des Emmy-Noether-Programms rund 2 Millionen Euro für seine Forschung zum diffusen großzelligen B-Zell-Lymphom (DLBCL) erhalten. Diese Förderung wird über die nächsten sechs Jahre bereitgestellt und zielt darauf ab, herausragende Wissenschaftler auf ihrem Weg zur Qualifikation für eine Hochschullehrer-Position zu unterstützen. Das DLBCL ist eine sehr aggressive Form des Lymphdrüsenkrebses, die in Deutschland jährlich etwa 6000 Menschen betrifft.
DLBCL zeichnet sich durch entartete B-Zellen aus, was zu unterschiedlichen Therapieerfolgen und Prognosen führt. Diese Krebsart tritt in mehreren genetisch unterschiedlichen Varianten auf, was die Behandlung zusätzlich erschwert. Dr. Scheich und seine Arbeitsgruppe fokussieren sich auf die Untersuchung von Signalnetzwerken in den DLBCL-Krebszellen, die deren Wachstum und Überleben unterstützen.
Forschungsschwerpunkte
Ein zentraler Aspekt der Forschung ist die Glykosylierung von Proteinen in entarteten B-Zellen. Diese Modifikation hat Einfluss auf die Stabilität, Funktion und Signalverarbeitung der Proteine. Besonders hervorzuheben ist, dass Veränderungen in den Enzymen, die für die Glykosylierungen verantwortlich sind, krankheitsrelevante Signalnetzwerke aktivieren können. Hierunter fällt insbesondere der NF-κB-Signalweg, der das Wachstum und die Teilung von Krebszellen fördert.
Dr. Scheich verfolgt mit seiner Forschung das Ziel, potenzielle Ansatzpunkte für innovative Therapien bei aggressiven Lymphomen zu liefern. Seine klinische Expertise ist dabei von großem Nutzen. Als Advanced Clinician Scientist leitet er eine Nachwuchsgruppe und behandelt zudem selbst Patienten.
Hintergrund und Karriere
Dr. Scheich, Jahrgang 1988, studierte Medizin an der Justus-Liebig-Universität Gießen, wo er auch promovierte. Im Anschluss war er vier Jahre als Postdoc am National Cancer Institute in den USA tätig. Seit 2023 forscht er in der Medizinischen Klinik 2 der Universitätsmedizin Frankfurt und hat sich zudem dem Mildred-Scheel-Nachwuchszentrum Frankfurt-Marburg angeschlossen. Außerdem ist er aktiv im Deutschen Konsortium für Translationale Krebsforschung.
Das Emmy-Noether-Programm der DFG spielt eine entscheidende Rolle in der Unterstützung von Wissenschaftlern in der frühen Karrierephase. Es ermöglicht ihnen, eine unabhängige Nachwuchsgruppe zu leiten und sich für eine Professur zu qualifizieren, was langfristig die Forschung und Lehre im Bereich der Medizin voranbringt. Ein wichtiger Schritt in der Bekämpfung des DLBCL könnte somit in den nächsten Jahren durch die Arbeit von Dr. Scheich und seiner Teammitglieder erreicht werden.