Ein bahnbrechendes Projekt für die Zwillingsforschung in Deutschland nimmt Formen an. Am 13. Februar 2026 berichten die Universitätsnachrichten der Saar-Universität, dass ein bundesweites Register für Zwillingsforschung ins Leben gerufen werden soll. Ziel dieser Initiative ist es, die komplexen Einflüsse von genetischen und Umweltfaktoren auf das Leben von Zwillingen besser zu verstehen. Forscher, insbesondere der Zwillingsforscher Frank Spinath, suchen Zwillinge jeden Alters, die an wissenschaftlichen Studien teilnehmen möchten.
Um an den Studien teilzunehmen, ist es notwendig, dass Zwillingspaare sich auf dem Online-Portal „Gertrud“ registrieren. Die Plattform, die das erste deutschlandweite Zwillingsregister darstellt, ist eine Initiative des Forschungsbereichs Umweltneurowissenschaften am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung und seinen Partnerinstitutionen, darunter die Universitätsklinik Tübingen, die Universität Bielefeld, die Medical School Hamburg und die Universität Bremen. Laut Gertrud.info können sowohl eineiige als auch zweieiige Zwillinge teilnehmen.
Einzigartigkeit der Zwillinge
Die Frage, warum Zwillingsforschung von solch großem Interesse ist, wird durch die bemerkenswerte Statistik darüber beweisen. In Deutschland sind nur etwa drei Prozent der Babys Zwillinge, und die Wahrscheinlichkeit für eineiige Zwillinge liegt bei vier pro 1000 Geburten. Eineiige Zwillinge teilen sich 100 % ihrer Gene, während zweieiige Zwillinge etwa 50 % gemeinsam haben. Diese genetische Konstellation erlaubt es den Forschern, tiefere Erkenntnisse über die Rolle von Genetik und Umwelt zu gewinnen.
Das Forschungsprojekt zielt darauf ab, spezifische Fragen zu beantworten, die sich mit genetischen Faktoren bei Krankheiten sowie den positiven Umwelteinflüssen auf die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen beschäftigen. Themen wie Lebensstil, Ernährung, Sport und soziale Umstände stehen im Vordergrund der Forschungsprojekte. Die Teilnahme an dem Register ist für Personen ab 16 Jahren möglich. Eltern können zudem ihre jüngeren Zwillingskinder anmelden, um sie für wissenschaftliche Studien zur Verfügung zu stellen.
Ein Expertenteam hinter dem Register
Das Register unter dem Namen „Gertrud“ ist nicht nur ein zentraler Anlaufpunkt für Zwillingspaare, sondern wird auch von einem Netzwerk wissenschaftlicher Institutionen unterstützt. Dieses Netzwerk schließt Experten und Wissenschaftler aus verschiedenen Städten und Forschungszentren in Deutschland ein, darunter Berlin, Bremen, Hamburg, Frankfurt, Saarbrücken und Tübingen. Laut Zwillingsgesundheit.de soll die GerTRuD-Datenbank am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin aufgebaut werden, wo die Wissenschaftler bereits Erfahrung in der Organisation von großen Studienkohorten haben.
Ein weiterer bemerkenswerter Aspekt des Projektes ist das Engagement der leitenden Wissenschaftlerin, Prof. Dr. Simone Kühn. Ihr Interesse gilt insbesondere den Zwillingen, die entweder getrennt oder zusammen in unterschiedlichen Umgebungen aufgewachsen sind. Dies wird helfen, die Relevanz von sozialen und geografischen Faktoren in der Zwillingsforschung besser zu verstehen.
Die Forscher um Frank Spinath rufen dazu auf, das Register bekannt zu machen und potenzielle Teilnehmer zu animieren, sich zu registrieren. Für weitere Informationen können Interessierte Prof. Dr. Frank M. Spinath direkt kontaktieren unter der Telefonnummer 0681/302 64079 oder per E-Mail an f.spinath(at)mx.uni-saarland.de.



