Digitalisierung in China: Überwachung, Chancen und soziale Kontrolle!

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Ein ERC-Projekt an der UNI Freiburg untersucht, wie digitale Technologien autoritäre Regime beeinflussen und fördert innovativen Forschungsaustausch.

Ein ERC-Projekt an der UNI Freiburg untersucht, wie digitale Technologien autoritäre Regime beeinflussen und fördert innovativen Forschungsaustausch.
Ein ERC-Projekt an der UNI Freiburg untersucht, wie digitale Technologien autoritäre Regime beeinflussen und fördert innovativen Forschungsaustausch.

Digitalisierung in China: Überwachung, Chancen und soziale Kontrolle!

Forschende in Deutschland richten ihren Blick auf die Chinaforschung, insbesondere auf die Einflussnahme spekulativen Erzählens auf Autorschaft und digitale Partizipation in autoritären Mediensystemen. Ein wesentlicher Akteur in diesem Bereich ist Jun.-Prof. Dr. Jessica Imbach von der Universität Freiburg, die mit ihrem Projekt zur chinesischen Fantasyliteratur jüngst einen ERC Starting Grant erhalten hat. Ihr Ansatz verspricht, die Dimensionen der chinesischen Fantastik eingehend zu erforschen und die kulturellen Prozesse dieser Literatur der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Mit dem ERC Starting Grant, der exzellente Wissenschaftler*innen in der frühen Phase ihrer Karriere unterstützt, stehen Imbach bis zu 1,5 Millionen Euro über fünf Jahre für ihre Forschung zur Verfügung. Geplant ist unter anderem die Entwicklung eines digitalen Lexikons zur zeitgenössischen chinesischen Fantasy, das dabei helfen soll, die komplexen Zusammenhänge und die robuste Kreativität dieser Literaturform zu dokumentieren.

Digitale Technologien und China

Die digitale Landschaft Chinas hat sich erheblich gewandelt, besonders hinsichtlich der Nutzung digitaler Technologien durch die Regierung. Wie die Quelle [medienportal.univie.ac.at] hervorhebt, fördert die chinesische Führung Data Mining nicht nur zur Überwachung und Zensur, sondern auch zur Bürgernähe und zur Bekämpfung von Korruption. Sinologe Christian Göbel untersucht in seinem ERC-Projekt die weitreichenden Auswirkungen digitaler Technologien auf autoritäre Regime, insbesondere in China, wo ein Drittel aller Proteste sich um Löhne dreht.

Obwohl die Regierung digitale Technologien nutzt, um Bürgerbeschwerden zu sammeln und zu bearbeiten, bleibt unklar, ob dies zu einem effektiveren und gerechteren System führt. Die Idee eines verpflichtenden Internet-Ausweises zur Identifizierung der Nutzer könnte dabei im Fokus der Diskussion um Überwachung und Datenschutz stehen.

Zensur und Informationsflüsse

Die Herausforderungen, die sich aus der Digitalisierung ergeben, sind jedoch nicht zu unterschätzen. Das Zensursystem in China ist geprägt von einer Vielzahl an inhaltlichen Verboten, die seit den frühen 2000er Jahren bestehen. Themen wie Separatismus, Rassismus und Systemkritik werden besonders stark zensiert, um die politische Stabilität zu sichern. Dies geschieht durch die Cyberspace Affairs Commissions (CACs) und die Network Security Bureaus (NSBs), die eine zentrale Rolle in der Moderation und Kontrolle von Online-Inhalten spielen.

Mit der Einführung des Cybersecurity Law 2017 und des Data Security Law 2021 hat die Regierung klare Rahmenbedingungen für die Datenspeicherung und -erhebung geschaffen. Die Chronik dieser Entwicklungen zeigt, dass die Digitalisierung der Gesellschaft sowohl Effizienz als auch eine verstärkte Kontrolle der Regierung über ihre Bürger mit sich bringt. Trotz des positiven Potenzials von Technologien bleibt die Gefahr der Zensur und der Überwachung omnipräsent.

Insgesamt zeichnet sich ein komplexes Bild ab: Die Chinesische Regierung balanciert zwischen der Förderung digitaler Innovationen und dem Bedürfnis nach Kontrolle über die Gesellschaft. Es bleibt abzuwarten, inwiefern diese Strategien zu einer Öffnung des Systems oder zu einer weiteren Schließung führen werden. Die Forschungen von Imbach und Göbel werden entscheidende Erkenntnisse über die digitalen und sozialen Dynamiken in einem der weltweit einflussreichsten Länder liefern.