Forschungsdurchbruch: Konstanzer Wissenschaftlerinnen revolutionieren Terpenforschung!

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Lena Barra von der Universität Konstanz erhält 1,5 Mio. Euro ERC Starting Grant für ihr Forschungsprojekt über Terpene.

Lena Barra von der Universität Konstanz erhält 1,5 Mio. Euro ERC Starting Grant für ihr Forschungsprojekt über Terpene.
Lena Barra von der Universität Konstanz erhält 1,5 Mio. Euro ERC Starting Grant für ihr Forschungsprojekt über Terpene.

Forschungsdurchbruch: Konstanzer Wissenschaftlerinnen revolutionieren Terpenforschung!

Am 4. September 2025 gab der Europäische Forschungsrat (ERC) die neuen ERC Starting Grants bekannt. In diesem Jahr erhält die Chemikerin Lena Barra von der Universität Konstanz ein Stipendium in Höhe von 1,5 Millionen Euro für ihr Projekt „TAILOMET“. Dieses Vorhaben fokussiert sich auf Terpene, natürliche Kohlenstoffverbindungen, die für ihre medizinisch relevanten Eigenschaften bekannt sind.

Im Rahmen von „TAILOMET“ plant Barra, mithilfe von Enzymen Methylgruppen an Terpene anzufügen, um deren Eigenschaften gezielt zu verändern. Der sogenannte „magische Methyl-Effekt“ beschreibt, wie Methylierung die Eigenschaften von Wirkstoffen überraschend beeinflussen kann. Barra wird natürliche Enzyme und Reaktionswege identifizieren, um neuartige Methoden zur Methylierung zu entwickeln.

Forschungsprojekte mit ökologischer Relevanz

Zusätzlich zu Barra wurde auch Catalina Chaparro-Pedraza, Ökologin am Eawag in Zürich, mit einem ERC Starting Grant in der Höhe von 1,5 Millionen Euro für ihr Projekt „PHENOTIPPING“ ausgezeichnet. Dieses Projekt zielt darauf ab, zu verstehen, wie sich Anpassungen von Organismen an Umweltveränderungen auf die ökologische Resilienz auswirken. Chaparro-Pedraza wird empirische und theoretische Ansätze kombinieren und Experimente mit Phytoplankton-Populationen durchführen, um die Auswirkungen auf die Resilienz von Ökosystemen näher zu ergründen.

Beide Forscherinnen leiten ihre Projekte am Limnologischen Institut der Universität Konstanz, welches sich auf die Erforschung von Gewässerökosystemen spezialisiert hat. Der ERC Starting Grant fördert den Aufbau eigener Arbeitsgruppen, um innovative Forschungsprojekte voranzutreiben, wie uni-konstanz.de berichtet.

Phänotypische Plastizität in der modernen Forschung

Ein wichtiger Aspekt der ökologischen Forschung ist die phänotypische Plastizität, ein Thema, das auch in anderen Forschungsinitiativen behandelt wird. Organismen reagieren auf ihre Umwelt, was genetische Kontrolle und Umweltinteraktion betrifft. Diese Plastizität ermöglicht es ihnen, unterschiedliche Formen je nach Umweltbedingungen zu entwickeln. Der Nematode Pristionchus pacificus ist ein exemplarisches Modell zur Untersuchung dieser Anpassungen, da er unter verschiedenen Bedingungen zwei verschiedene Mundformen entwickeln kann, wie mpg.de hervorhebt.

Phänotypische Plastizität ist nicht nur in Nematoden sichtbar, sondern auch bei Pflanzen, Tieren und Bakterien. Ihre Bedeutung für die Evolution und die Entstehung neuer Formenvielfalt ist in der Forschung der letzten 15 Jahre gut dokumentiert. Zukünftige Studien werden sich darauf konzentrieren, wie abiotische Faktoren und Nahrungsressourcen die Entwicklung und Merkmale von Organismen beeinflussen.

Ein neuer Sonderforschungsbereich

Im Kontext dieser Forschung hat der Bewilligungsausschuss der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) den Sonderforschungsbereich 1644 „Phänotypische Plastizität bei Pflanzen – Mechanismen, Beschränkungen und Evolution“ ins Leben gerufen. Dieses Projekt wird von der Universität Potsdam geleitet und beginnt im April 2024 mit einer Laufzeit von drei Jahren und neun Monaten. Ziel ist es, die Beziehung zwischen Genotyp und Merkmalsausprägung bei unterschiedlichen Umweltbedingungen zu verstehen und deren Auswirkungen auf Pflanzenanpassungsfähigkeit zu untersuchen, wie igzev.de beschreibt.

Insgesamt sind 17 wissenschaftliche Teilprojekte und ein zentrales Koordinationsprojekt in den SFB involviert, mit Partnerinstitutionen wie dem Leibniz-Institut für Gemüse- und Zierpflanzenbau und dem Max-Planck-Institut für Molekulare Pflanzenphysiologie. Diese Initiativen verdeutlichen die Vielzahl an Forschungen, die aktuell zur besseren Verständigung und mehr Wissen über Umweltanpassungen von Organismen beitragen.