Der Juniorprofessor Manuel Krannich vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT) hat einen Starting Grant des Europäischen Forschungsrats (ERC) erhalten. Diese Förderung von 1,5 Millionen Euro wird für sein Projekt „Manifolds and Functor Calculus“ (MaFC) bereitgestellt, das auf fünf Jahre angelegt ist. Krannich widmet sich in diesem Rahmen der Grundlagenforschung, wobei er Bezüge zwischen den Symmetrien hochdimensionaler Mannigfaltigkeiten und algebraischen Gesetzen untersucht.
Krannich, der derzeit als Arbeitsgruppenleiter am Institut für Algebra und Geometrie (IAG) des KIT tätig ist, hat sich auf die Bereiche algebraische und geometrische Topologie spezialisiert, insbesondere auf Mannigfaltigkeiten. Mannigfaltigkeiten werden als topologische Räume beschrieben, die lokal flache, aber global komplexe Eigenschaften aufweisen. In seinem innovativen Ansatz kombiniert Krannich verschiedene Methoden der Algebra, Geometrie und Topologie, um neue Erkenntnisse zu gewinnen.
Förderung durch ERC Starting Grants
Der ERC Starting Grant richtet sich an frühkarrierige Wissenschaftler, die 2-7 Jahre nach ihrer Promotion tätig sind. Für die Erlangung eines solchen Grants müssen hervorragende wissenschaftliche Leistungen, sowie ein exzellenter Forschungsvorschlag nachgewiesen werden. Insgesamt wurden in der Ausschreibungsrunde 2025 478 Projekte in 25 europäischen Ländern gefördert, 99 davon in Deutschland. Das Gesamtfördervolumen der ERC Starting Grants beläuft sich auf 761 Millionen Euro.
Die Bewerbungsquote für diesen renommierten Grant liegt bei etwa 12,2 Prozent, wobei in diesem Jahr 3928 Anträge eingereicht wurden. Es ist erwähnenswert, dass Krannichs akademischer Werdegang bemerkenswert ist: Er hat sowohl seinen Bachelor- als auch Masterabschluss in Mathematik am KIT erworben, bevor er an der Universität Kopenhagen promovierte und danach an renommierten Einrichtungen wie der Universität Cambridge sowie der Universität Münster als Postdoktorand tätig war. Im Jahr 2022 wurde er zum Juniorprofessor mit Tenure Track am KIT ernannt.
Details zu ERC Grants
Die ERC Grants, einschließlich der Starting Grants, fördern externe Forschung und unterstützen Projekte von Einzelwissenschaftlern. Diese können Teammitglieder aus jedem Land einstellen, was die internationale Zusammenarbeit im Forschungsbereich fördert. Die Anträge müssen in einer öffentlichen oder privaten Forschungseinrichtung innerhalb der EU oder in einem assoziierten Land eingereicht werden.
Ein fester Bestandteil des Antragsverfahrens sind internationale Peer-Reviewer, die die Vorschläge auf Basis der Exzellenz bewerten. Dabei wird kein spezifisches Fachgebiet bevorzugt, was den Bottom-up-Ansatz dieser Förderung bekräftigt. Zusätzlich zu Starting Grants existieren ERC Advanced Grants, die sich gezielt an etablierte Wissenschaftler richten und ihnen bis zu 2,5 Millionen Euro zur Verfügung stellen können. Diese Grants verlangen ebenfalls eine hervorragende wissenschaftliche Leistung, unterscheiden sich jedoch in der Zielgruppe, die hier auf versierte Principal Investigators (PIs) fokussiert ist. Interessierte Wissenschaftler können sich auf der Website des ERC ausführlich über die Rahmenbedingungen informieren und haben durch verschiedene Kanäle Zugang zu weiteren Informationen über den Antragsprozess.
Das KIT, mit rund 10.000 Mitarbeitenden und 22.800 Studierenden, bleibt eine deutsche Exzellenzuniversität, die durch solche Grants internationale Anerkennung in der Forschung erhält und sowohl junge als auch erfahrene Wissenschaftler zur Spitzenforschung anregt.