Dr. Mahak Singhal, eine junge Wissenschaftlerin am European Center for Angioscience (ECAS) der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg, ist eine der Empfängerinnen von vier Starting Grants des European Research Council (ERC). Ihr innovatives Projekt mit dem Titel „DeClocking the Vascular Rhythmic Control of Tissue Homeostasis and Disease Initiation“ (Vascular-Rhythm) fokussiert sich auf die Mechanismen der Gefäßhomöostase, insbesondere auf die Endothelzellen, die die innere Auskleidung von Blutgefäßen bilden.
Das Projekt hat zum Ziel, zu untersuchen, wie Endothelzellen den zirkadianen Wechsel, also den Tag-Nacht-Rhythmus, wahrnehmen und darauf reagieren. Durch eine detaillierte Analyse der rhythmischen Programme im Endothelium von Leber und Lunge verschiedener Organismen hofft Dr. Singhal, mehr über die Auswirkungen der Manipulation von Gefäßrhythmen auf Organfunktionen, Alterungsprozesse und die Entstehung von Krankheiten zu erfahren.
Einblicke in die Rolle der Endothelzellen
Endothelzellen spielen eine fundamentale Rolle im menschlichen Körper, da sie nicht nur das Herz-Kreislauf-System auskleiden, sondern auch eine Verbindung zwischen kardiovaskulärem und immunologischem System herstellen. Sie sind maßgeblich an Prozessen wie Angiogenese, Hämostase und der Regulierung des Gefäßtonus beteiligt. Das Endothel hat direkten Kontakt zum Blut und zur Lymphe und ist entscheidend für die Kontrolle der Blutflüssigkeit sowie der Thrombozytenaggregation.
Diese Zellen sind aktiv an immunologischen Reaktionen beteiligt und regulieren die Rekrutierung und Extravasation von Immunzellen in Zielgewebe. Sie reagieren auf entzündliche Stimuli und exprimieren verschiedene angeborene Mustererkennungsrezeptoren, die eine wichtige Rolle in der Immunantwort übernehmen.
Relevanz der geförderten Forschung
Die Forschung von Dr. Singhal könnte bedeutende Implikationen für das Verständnis von Krankheiten wie Bluthochdruck und Atherosklerose haben, die oft mit einer Dysfunktion des Endothels in Verbindung gebracht werden. Eine gestörte Balance in der Synthese und Freisetzung vasoaktiver Substanzen durch Endothelzellen kann zur Entstehung und Entwicklung von kardiovaskulären Erkrankungen beitragen.
Die Methodik des Projekts umfasst den Einsatz computerbasierter Methoden und eine artenübergreifende Analyseplattform, die eine umfassende Betrachtung der Endothelzellen und ihrer Funktionen ermöglicht. Mit diesem Ansatz wird angestrebt, neue Erkenntnisse über die Rhythmen im Endothel zu gewinnen, die potenziell neue therapeutische Ansätze zur Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen eröffnen könnten.
Insgesamt verspricht die Forschung an den Mechanismen der Gefäßhomöostase, die Dr. Singhal leitet, nicht nur Fortschritte in der Grundlagenforschung, sondern auch praktische Anwendungen in der Medizin. Mit der Unterstützung des ERC wird ihre Arbeit einen bedeutenden Beitrag zur Wissenschaft leisten.
Mehr Informationen über die Förderung und weitere Details finden Sie auf der Seite der Universität Heidelberg, sowie Einblicke in die Rolle der Endothelzellen auf PubMed und NCBI Bookshelf.