In der heutigen schnelllebigen Welt, wo Stress oft zum Alltag gehört, setzen innovative Bildungsansätze an, um Schüler:innen dabei zu unterstützen, besser mit stressigen Situationen umzugehen. Ein bemerkenswertes Beispiel ist das Stressbewältigungsprogramm „RESET“, das von Studierenden der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd in einer 11. Klasse der Schule für Hörgeschädigte St. Josef durchgeführt wurde. Laut PH Gmünd war das Hauptziel des Programms, die persönlichen Ressourcen der Schüler:innen zur Stressbewältigung zu fördern.
Im Rahmen des Projekts beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler intensiv mit dem Thema Stress. Sie erarbeiteten, was Stress ist, wie er sich körperlich bemerkbar macht und identifizierten individuelle Stressoren, die ihren Alltag belasten. Unter der Leitung von Vera Gillé, die das Seminar „Ressourcenförderung in der Schule“ leitete, wurden verschiedenen Übungen durchgeführt, die den Schüler:innen helfen sollten, Stress besser zu bewältigen.
Praktische Übungen zur Stressbewältigung
Besonders eindrucksvoll waren die praktischen Übungen, die den Schüler:innen die Verbindung zwischen Gedanken und körperlichen Reaktionen verdeutlichten. Gillé hob hervor, dass die jungen Menschen Ansätze präsentiert bekommen, die sie auch im Alltag anwenden können. Eine besonders anschauliche Übung war die „Zitronenübung“, die zeigte, wie Vorstellungskraft körperliche Reaktionen beeinflussen kann.
Die Schülerinnen und Schüler testeten verschiedene Atemtechniken, um in akuten Stresssituationen beruhigt zu bleiben, und nahmen an Fantasiereisen teil, die der Entspannung dienten. Darüber hinaus entwickelten sie eigene Strategien für herausfordernde Momente. Eine Schülerin berichtete, dass sie die erlernten Atemtechniken vor Klassenarbeiten nutzen kann. Im Verlauf des Programms dokumentierten sie ihre persönlichen Energiequellen, hilfreichen Gedanken und Bewältigungsstrategien in einer selbst gestalteten „Schatztruhe“. Diese „Schatztruhe“ wurde zu einer wertvollen Sammlung individueller Ressourcen, die im täglichen Leben unterstützend wirken können.
Die Rolle von Lehrergesundheit
Das Thema Stress ist nicht nur für Schüler:innen relevant. Auch Lehrkräfte sehen sich mit steigenden Anforderungen und Belastungen konfrontiert, was die Lehrergesundheit zu einem zentralen Thema in der Bildungsdiskussion macht. Etwa jede dritte Lehrkraft fühlt sich überlastet, und der Druck ist oft nicht nur während spezifischer Krisen wie der Corona-Pandemie spürbar, sondern durchgehend (Bildungsserver). Gezielte Maßnahmen zur Stärkung der physischen und psychischen Gesundheit von Lehrkräften haben daher in verschiedenen Bundesländern an Bedeutung gewonnen.
In Baden-Württemberg beispielsweise gibt es bereits Angebote zur Gesundheitsförderung für Lehrkräfte, während in Bayern das Programm „LehrKraftStärken“ gezielt auf die Verbesserung der Berufszufriedenheit abzielt. Auch in anderen Bundesländern werden unterschiedliche Ansätze zur Förderung der Lehrergesundheit implementiert. Dabei steht Prävention und Stressbewältigung im Fokus, da ein gesundes Schulklima für alle Beteiligten von großer Bedeutung ist.
Zusammenfassend zeigt sich, dass sowohl Schüler:innen als auch Lehrkräfte in einem sich ständig verändernden Bildungsumfeld proaktive Strategien zur Stressbewältigung entwickeln müssen. Die Initiative der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd mit dem „RESET“-Programm bietet einen vielversprechenden Schritt in diese Richtung und könnte als Modell für weitere Schulen dienen.