Wohnungsnot in Tübingen: Wissenschaftler suchen dringend Unterkünfte!

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Das Welcome Center der Universität Tübingen feiert 15 Jahre Unterstützung für internationale Forschende und sucht Wohnraum.

Das Welcome Center der Universität Tübingen feiert 15 Jahre Unterstützung für internationale Forschende und sucht Wohnraum.
Das Welcome Center der Universität Tübingen feiert 15 Jahre Unterstützung für internationale Forschende und sucht Wohnraum.

Wohnungsnot in Tübingen: Wissenschaftler suchen dringend Unterkünfte!

Das Welcome Center der Universität Tübingen steht vor einer enormen Herausforderung: Die Suche nach Wohnraum für internationale Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ist dringender denn je. Anlässlich des 15-jährigen Bestehens des Zentrums am 1. Oktober 2025 wird eine detaillierte Bilanz über die Unterstützung internationaler Forschender gezogen, die in den letzten 15 Jahren umfassend betreut wurden.

Gegründet im Jahr 2010 auf Initiative des damaligen Leiters des International Office, Wolfgang Mekle, verfolgt das Welcome Center das Ziel, die Bedürfnisse internationaler Forschender zu zentralisieren und gleichzeitig die Lehrstühle und Sekretariate der Universität Tübingen zu entlasten. Unter der Leitung von Kirsten Sonnenschein hat sich das Team von anfangs einer Person auf mittlerweile 13 Mitarbeiter erweitert. Diese Unterstützung umfasst sowohl administrative und rechtliche Hilfe als auch Beistand in persönlichen Belangen und bei der Integration. Zudem wird Wohnraum vermittelt, was sich als besonders wichtig erweist.

Wachsende Nachfrage nach Wohnraum

Jährlich kommen in Tübingen zwischen 800 und 900 neue internationale Forschende an. Die Aufenthaltsdauer dieser Wissenschaftler variiert von zwei Wochen bis zu fünf Jahren. In den letzten 15 Jahren hat das Welcome Center fast 6000-mal bei der Wohnungssuche geholfen und in über 3000 Fällen direkten Wohnraum bereitgestellt. Trotz dieser Erfolge bleibt die Wohnsituation angespannt, wie auch bioregio-stern.de feststellt.

Für die auch in der Stadt Tübingen stark wachsende Zahl an internationalen Gästen werden überwiegend vollständig möblierte Zimmer oder Wohnungen gesucht. Diese Gäste, die oft zwischen drei Monaten und einem Jahr in Deutschland bleiben, benötigen dringend eine permanente Adresse für Aufenthaltsgenehmigungen und Stadtanmeldungen. Kirsten Sonnenschein betont, dass in den letzten drei Jahren etwa 770 Gäste untergebracht werden konnten, was ungefähr 60% der Suchenden entspricht. Serious sind die Herausforderungen, die sich aus der hohen Nachfrage und der begrenzten Verfügbarkeit ergeben.

Die Rolle der Politik in der Willkommenskultur

Die politischen Rahmenbedingungen spielen eine entscheidende Rolle bei der Unterstützung internationaler Studierender. Der Bundestag hat kürzlich einen Antrag zur Internationalisierung von Wissenschaft verabschiedet, der unter anderem die Erleichterung der internationalen Mobilität von Studierenden und Forschenden zum Ziel hat. Dies verdeutlicht forschung-und-lehre.de, dass eine Zusammenarbeit zwischen Hochschulen, lokalen Akteuren und der Politik notwendig ist.

Die Hochschulrektorenkonferenz (HRK) und der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) fordern eine Verbesserung der Willkommenskultur in Deutschland. Wichtige Aspekte sind die Schaffung angemessener Rahmenbedingungen für die Integration internationaler Studierender sowie die Sicherstellung ausreichender Kommunikationsstrukturen. Um mehr internationale Studierende erfolgreich in den deutschen Bildungsalltag zu integrieren, muss zudem der Fokus auf der Unterstützung bei sozialen Integrationsfragen sowie Finanzierungs- und Wohnproblemen liegen.

Die bereitgestellten Ressourcen des Welcome Centers sind ein wertvoller Bestandteil dieser Bemühungen. Mit Zugriff auf 43 Wohnungen im Eigentum des Landes und 23 Zimmer in eigenen Gästehäusern ist die Universität Tübingen gut aufgestellt, doch wird auch eine erhöhte Beteiligung privater Vermieter als entscheidend angesehen. Professorin Dr. Dr. h.c. Karla Pollmann, die Rektorin der Universität Tübingen, hebt die Bedeutung der Unterstützung durch das Welcome Center hervor und fordert eine kollektive Anstrengung zur Verbesserung der Wohnraumsituation für internationale Wissenschaftler.