Im Herzen Bayerns erstreckt sich der Auwald zwischen Neuburg und Ingolstadt über 2000 Hektar und ist einer der wichtigsten Auwälder entlang der Donau. Vor 20 Jahren begann hier ein ambitioniertes Auendynamisierungsprojekt, das durch gezielte Überflutungen und Absenkungen des Grundwassers die Flora und Fauna revitalisieren soll. Das Ziel: Die naturnahe Wiederherstellung eines Lebensraums, der durch frühere Regulierungsmaßnahmen stark beeinträchtigt wurde, wie ku.de berichtet.

Ein integraler Bestandteil des Projekts ist die Wiederherstellung des Ottheinrichsbachs, eines acht Kilometer langen Umgehungsgewässers, das Flusswasser ausleitet und dazu beiträgt, den Auwald mehrmals jährlich durch ökologische Flutungen zu bewässern. Diese Maßnahmen sind entscheidend, denn Hochwasser sind für die Erhaltung der typischen Auwaldflora und -fauna unerlässlich. Wissenschaftler des Aueninstituts verfolgen seit 2009 die Auswirkungen dieser Renaturierungsmaßnahmen und haben beeindruckende Ergebnisse erzielt: 45 Pflanzenarten, darunter auch sechs vom Aussterben bedrohte, konnten nachgewiesen werden.

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Die Bedeutung intakter Auen

Die Relevanz von Auen für den Hochwasserschutz kann kaum überbewertet werden. In Deutschland sind lediglich 9% der Auen intakt, und gerade an großen Flüssen wie der Donau sind über 80% der ursprünglichen Auen fragwürdig, da sie von ihren Flüssen abgetrennt wurden, wie die Deutsche Umwelthilfe in ihrem Bericht feststellt (duh.de). Diese intakten Landschaften sind nicht nur für den Hochwasserschutz von Bedeutung, sondern auch für die Biodiversität. Zwei Drittel der mitteleuropäischen Tier- und Pflanzenarten sind auf Auen und Gewässer angewiesen. Die Klimakrise und anhaltende Dürren machen eine Renaturierung mehr denn je notwendig, um diese wertvollen Ökosysteme zu schützen und den Hochwasserschutz zu verbessern.

Intakte Auen übernehmen wichtige Funktionen wie die Trinkwasserneubildung, bieten Erholungsräume und tragen zur Klimaregulierung bei, wie die Forschung des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung zeigt (ufz.de). Doch Auen gehören zu den gefährdetsten Ökosystemen weltweit, und die Herausforderungen sind groß: Nur noch 1% der Hartholzauwälder sind erhalten, und zahlreiche Überflutungen sind für viele Tierarten, zum Beispiel in der Fischpopulation, von entscheidender Bedeutung. Dies zeigt sich besonders in den dramatischen Einbrüchen der Wildfischbestände in Europa.

Die Rolle des Aueninstituts

Das Aueninstitut hat sich in den letzten zwei Jahrzehnten zu einer anerkannten Forschungseinrichtung entwickelt, die sowohl regionale als auch internationale Relevanz hat. Prof. Dr. Bernd Cyffka, der Gründer des Instituts, zieht zum 31. März in den Ruhestand, hinterlässt jedoch ein bleibendes Erbe in der Auenforschung. Durch die enge Zusammenarbeit mit kommunalen Partnern, darunter der Landkreis Neuburg-Schrobenhausen und die Städte Ingolstadt und Neuburg, wird die Bedeutung der Auen für die Bevölkerung unterstrichen und deren Erhalt finanziell unterstützt.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Auenlandschaften nicht nur ein Ort von hoher Biodiversität sind, sondern auch eine tragende Rolle im Naturhaushalt einnehmen. Ihre Erhaltung und Renaturierung sind unabdingbar, um zukünftige Herausforderungen, insbesondere im Hinblick auf die Klimakrise, zu meistern und den Hochwasserschutz nachhaltig zu gewährleisten.