Was sind die Herausforderungen, die unser Bayerland derzeit prägen? Der Klimawandel, der Mangel an Wohnraum und der Druck auf die Flächen sind Themen, die dringend neue Lösungsansätze erfordern. In diesem Kontext plant die Bayerische Staatsregierung, ihr Landesentwicklungsprogramm (LEP) zu reformieren. Diese Initiative wurde unter dem vielversprechenden Namen „Wege zum besseren LEP“ ins Leben gerufen, um gemeinsam mit Freistaat, Kommunen und der Zivilgesellschaft einen Neustart im Bereich der Landesentwicklung anzustoßen.
Die Initiative wird von einem starken Bündnis aus Fachorganisationen, Berufsverbänden sowie Akteuren aus den Bereichen Planung, Landschafts-, Umwelt- und Heimatpflege getragen. Unter der Federführung von Prof. Dr. Hans-Martin Zademach, einem Experten für Wirtschaftsgeographie an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt, werden neue Vorstellungen zur Raumentwicklung eingefordert. Zademach hebt hervor, dass die bestehenden Planungen der Zukunft nicht gerecht werden und plädiert für ein frisches Raumkonzept für Bayern.
Ein offener Planungsprozess für alle
Ein zukunftsorientierter Planungsprozess, der Ideen bündelt und die Akteure in der Landesentwicklung vernetzt, steht im Mittelpunkt der Initiative. Ein besonderes Augenmerk soll auf die bayerische Kulturlandschaft gerichtet werden, da diese Einblicke in das Potenzial der Region bietet. Um die anvisierten Ideen dem breiten Publikum näherzubringen, wurden ein Memorandum sowie eine Videoreihe unter dem Titel „Wir kennen Bayern, wir können Zukunft“ erstellt. In insgesamt neun Videos wird illustriert, welche positiven Entwicklungsmöglichkeiten bis 2040 machbar sind, wenn die Weichen für ein neues LEP jetzt gestellt werden.
Diese Kampagne richtet sich gezielt an Politik, Verwaltung und die Öffentlichkeit. Ziel ist es, die aktive Gestaltung der Landesentwicklung zu fördern und praktische Lösungen für die anstehenden Herausforderungen aufzuzeigen.
Der Weg zur Umsetzung
Das bestehende Landesentwicklungsprogramm hat bereits einige Fortschritte gemacht. So verabschiedete der Bayerische Ministerrat am 20. Februar 2018 die Teilfortschreibung des LEP, die essentielle Themen wie zentrale Orte, Raum mit besonderem Handlungsbedarf und Einzelhandel umfasst. Diese Anpassungen traten nach Veröffentlichung im Bayerischen Gesetz- und Verordnungsblatt am 1. März 2018 in Kraft. Des Weiteren folgten weitere wichtige Beschlüsse zur Teilfortschreibung, beispielsweise für das „Riedberger Horn“, die von den bayerischen Entscheidungsträgern genehmigt wurden.
Am 16. Mai 2023 legte der Ministerrat einen neuen Fokus auf die Themen gleichwertige Lebensverhältnisse, den Klimawandel sowie die Förderung einer gesunden Umwelt und nachhaltiger Mobilität – alles zentrale Punkte, die den Menschen in Bayern zugutekommen sollen. Diese jüngste LEP-Teilfortschreibung trat am 1. Juni 2023 in Kraft.
Die Herausforderung ist nun, all diese Aspekte in einem offenen und effektiven Planungsprozess zusammenzuführen. Ziel ist es, Bayern auf einen zukunftsorientierten Kurs zu bringen, der den Bedürfnissen der Menschen und der Umwelt gerecht wird. Nur durch gemeinschaftliches Engagement und innovative Ansätze kann das Bayerland zu einem lebenswerten Ort für alle werden.
Für weitere Informationen und Details zu den aktuellen Entwicklungen in der Landesentwicklung in Bayern, besuchen Sie bitte die Seiten von Katholische Universität und Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie.