Die Digitalisierung des Alltags ist eine der zentralen Herausforderungen unserer Zeit, ein Fakt, der besonders durch den bayerischen Forschungsverbund „Sicherheit in der Alltagsdigitalisierung“ (ForDaySec) unterstrichen wird. Der Verbund, bestehend aus verschiedenen angesehenen Universitäten wie der Universität Passau, der Ludwig-Maximilians-Universität München und anderen, hat sich über vier Jahre hinweg intensiv mit den Sicherheitsrisiken von vernetzten Haushaltsgeräten beschäftigt. Diese Technologien – von Smart-Home-Anwendungen wie Überwachungskameras bis hin zu Staubsaugerrobotern – sind aus dem modernen Leben nicht mehr wegzudenken und bergen dennoch zahlreiche Risiken.
„Das Zusammenspiel vieler vernetzter Komponenten schafft Sicherheitsanfälligkeiten, die nicht nur die Privatsphäre gefährden, sondern auch direkte Folgen für Alltagseinrichtungen haben können“, erklärt Professor Johannes Kinder, der das Forschungsprojekt leitet. Oftmals erreichen diese Geräte das Ende ihrer Lebensdauer, und der Support durch die Hersteller wird eingestellt. Solche Umstände können zur digitalen Gefahrenquelle werden, insbesondere wenn Firmware und Software nicht regelmäßig aktualisiert werden.
Risiken im Alltag und deren Bewältigung
Die Abschlussveranstaltung der ForDaySec fand am 25. März 2026 in München statt und war die Plattform für eine eindringliche Diskussion über die Verflechtungen von digitaler Komplexität, menschlichem Verhalten und politischen Entscheidungen. Caroline Krohn-Atug vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik machte deutlich, dass alltagsnahe und benutzerfreundliche Lösungen dringend erforderlich sind, um diesen Herausforderungen zu begegnen. Auch die Tech-Journalistin Eva Wolfangel hob hervor, dass Unternehmen eine Verantwortung haben, ihre Sicherheitslösungen so zu gestalten, dass sie für Endnutzer verständlich sind.
Ein zentrales Anliegen des Projekts war es, technische Verfahren für die Cybersicherheit in Haushalten und kleinen Unternehmen zu entwickeln und Sicherheitslücken in der Firmware sowie in der Netzwerkkommunikation zu identifizieren. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit im Rahmen von ForDaySec ermöglichte es, dass auch Juristen und Ethnographen wertvolle Erkenntnisse über die Nutzung und Sicherheit dieser digitalen Systeme liefern konnten. „Die Forschung hat gezeigt, dass viele Geräte nachträglich gesichert werden können, auch wenn der Hersteller keine Updates mehr bereitstellt“, so Professor Dr. Katzenbeisser von ForDaySec.
Ein Blick in die Zukunft der digitalen Sicherheit
Durch die steigende Verbreitung vernetzter Geräte in Privathaushalten nimmt die Notwendigkeit für Sicherheit auf dieser Ebene zu. Der Verbund hat die Bedeutung einer Verbindung technischer, gesellschaftlicher und politischer Perspektiven zur Verbesserung der IT-Sicherheit im Alltag betont. Tatjana Halm von der Verbraucherzentrale Bayern e.V. ermutigt dazu, verständliche und simple Systeme zu schaffen, die es ermöglichen, IT-Sicherheit effektiv zu gewährleisten. Unterstützung für einen Security-by-Design-Ansatz, wie von Sabine Ellerhold von BSH Hausgeräte GmbH gefordert, ist ebenso entscheidend, um regelmäßig Updates zu erhalten.
Mit dem Ende des ForDaySec-Projekts endet ein bedeutendes Kapitel in der Forschung zur digitalen Sicherheit im Alltag, doch die Themen und Herausforderungen bleiben bestehen. „Die digitale Transformation zeigt sich nicht nur in innovativen Produkten, sondern auch in der Notwendigkeit, diese sicher und nachhaltig zu nutzen“, schließt Kinder. Ein Umdenken ist gefordert, um die Risiken der Digitalisierung neu zu bewerten und Lösungen zu finden, die jeden einzelnen Nutzer im Alltag schützen.



