Elternzeit: Wie sie das Einkommen von Promovierten beeinflusst!

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Forschung der Uni Würzburg zu Elternzeit und Einkommen: Auswirkungen auf promovierte Mütter und Väter sind Thema einer neuen Studie.

Forschung der Uni Würzburg zu Elternzeit und Einkommen: Auswirkungen auf promovierte Mütter und Väter sind Thema einer neuen Studie.
Forschung der Uni Würzburg zu Elternzeit und Einkommen: Auswirkungen auf promovierte Mütter und Väter sind Thema einer neuen Studie.

Elternzeit: Wie sie das Einkommen von Promovierten beeinflusst!

Die Auswirkungen der Elternzeit auf das Einkommen von promovierten Müttern und Vätern stehen im Fokus einer aktuellen Studie der Universität Würzburg. In Kooperation mit dem Deutschen Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW) analysierten die Forscher Daten einer deutschlandweit repräsentativen Erhebung, die über 5.000 Promovierte der Kohorte 2014 umfasst. Die Untersuchung erstreckt sich über die ersten sieben Jahre nach der Promotion und beleuchtet spezifische Trends und Tendenzen in der Inanspruchnahme von Elternzeit.

Ein bedeutender Befund der Studie zeigt, dass fast 80 Prozent der befragten Promovierten mindestens einmal Elternzeit nehmen. Besonders auffällig ist hierbei das Geschlechterverhältnis: Während nur 2 Prozent der Mütter auf Elternzeit verzichten, sind es bei Vätern bereits 33 Prozent. Mütter nehmen nicht nur häufiger Elternzeit, sondern auch länger. Der Großteil der befragten Mütter (56 Prozent) geht über ein Jahr in Elternzeit, wohingegen Väter meist kürzere Auszeiten von ein bis sieben Monaten wählen. Diese Unterschiede in der Inanspruchnahme tragen wesentlich zu einem anhaltenden Einkommensgefälle zwischen den Geschlechtern bei.

Geschlechterungleichheit und Einkommensunterschiede

Die Problematik der Geschlechterungleichheit im Arbeitsmarkt hat noch einen weiteren tiefgreifenden Aspekt. Eine Studie des Netzwerks EconPol Europe zeigt, dass Mütter in ihren 30ern im Durchschnitt 70 bis 80 Prozent weniger verdienen als ihre gleichaltrigen männlichen Kollegen. Bei kinderlosen Paaren beträgt der Unterschied in den Gehältern weniger als fünf Prozent. Während Väter durch die Elternschaft häufig nicht negativ betroffen sind und häufiger erwerbstätig bleiben, gestalten sich die Arbeitsverhältnisse für Mütter radikal anders.

Die hohe Teilzeitarbeit unter Müttern spielt eine entscheidende Rolle. Mütter in diesem Alterssegment arbeiten viermal häufiger in Teilzeit als Frauen ohne Kinder. Diese Arbeitsmuster führen nicht nur zu einem unmittelbaren Einkommensverlust, sondern festigen auch langfristige finanzielle Abhängigkeiten, was durch das Ehegattensplitting im deutschen Steuer- und Transfersystem begünstigt wird.

Forderung nach Veränderung

Die Ergebnisse der Würzburger Studie unterstützen die Annahmen über die negativen Auswirkungen von Elternzeit auf den beruflichen Werdegang und das Einkommen, insbesondere von Frauen. Ein längerer Aufenthalt in der Elternzeit führt in der Regel zu Einkommensnachteilen, die bei Müttern besonders ausgeprägt sind. Die Forscher machen deutlich, dass die ungleiche Inanspruchnahme der Elternzeit auch einen tiefen Einschnitt in die Verdienstaussichten für Frauen darstellt.

Diese Herausforderungen erfordern dringend eine gesellschaftliche Debatte über die Gestaltung von Elternzeitmodellen und die Unterstützung von Vätern, damit diese weniger von beruflichen Nachteilen durch die Elternzeit betroffen sind. Der berufliche Erfolg von Eltern sollte nicht durch das Geschlecht definiert werden, sondern durch die tatsächliche Qualifikation und Einsatzbereitschaft. Die Themen der Berufserfolgsmessung und der ökonomischen Gerechtigkeit müssen in Zukunft noch intensiver behandelt werden.

Zusammengefasst stellt die Studie fest, dass trotz eines langsam zunehmenden Bewusstseins für die Gleichstellung der Geschlechter im Arbeitsmarkt die Realität für viele Mütter nach wie vor eine große Herausforderung darstellt. Die Einkommensunterschiede zwischen Müttern und Vätern sind nicht nur in Deutschland, sondern auch im internationalen Vergleich alarmierend hoch, weshalb eine Reform der gesellschaftlichen Rahmenbedingungen dringend notwendig erscheint.

Uni Würzburg berichtet, dass sich die Studie mit den langen und kurzen Elternzeiten von promovierten Müttern und Vätern auseinandersetzt. Ergänzend stellt Spiegel fest, dass Väter häufig von der Elternzeit absehen, während Zeit die anhaltenden Einkommensunterschiede zwischen Müttern und Vätern in einem breiteren europäischen Kontext beleuchtet.