Die Technische Universität Chemnitz (TUC) geht mit einem frischen Ansatz in den Wissens- und Technologietransfer. Seit kurzem informiert der neue digitale Newsletter „TUCtransfer“ über den Transfer der Hochschule in die Wirtschaft und beleuchtet spannende Kooperationen mit Unternehmen. Der Newsletter erscheint viermal im Jahr und bietet einen Überblick über erfolgreiche Ausgründungen, Forschungsprojekte und Veranstaltungen.
In der ersten Ausgabe des Newsletters schildert Dr. Martin Böhringer, Geschäftsführer von Staffbase, wie ihn die TUC bei seiner Selbstständigkeit unterstützte. Auch Dr. Heiko Neukirchner von thyssenkrupp Dynamic Components Chemnitz plaudert über gemeinsame Forschungsprojekte mit der TUC. Rektor Prof. Dr. Gerd Strohmeier hebt die Relevanz dieser Transferaktivitäten und der Zusammenarbeit mit Unternehmen hervor. Die Universität unterstützen jährlich etwa 23 Ausgründungen und hat in den letzten Jahren 371 Aufträge aus der Wirtschaft mit einem beachtlichen Drittmittelvolumen von 7,3 Millionen Euro generiert.
Mit einem Blick über die eigene Hochschule hinaus, zeigt sich, dass der Technologietransfer in Deutschland vor Herausforderungen steht. Laut Barbara Diehl von der Bundesagentur für Sprunginnovationen (SPRIND) gestalten sich IP-Transferprozesse an Hochschulen oft als kompliziert und langwierig. Dies wird durch das Projekt IP-Transfer 3.0 adressiert, das seit 2022 läuft und neue Wege für den IP-Transfer erprobt. Dabei wollen 17 Hochschulen und Forschungsinstitutionen Verbesserungen einführen, um den Übergang von wissenschaftlichen Erkenntnissen in wirtschaftliche Anwendungen zu erleichtern.
Die Herausforderungen sind klar: Jeder Euro, der in Forschung und Innovation fließt, hat das Potenzial, die Wertschöpfung um das Vierfache zu erhöhen. Umso wichtiger ist ein transparenter und effizienter IP-Transfer, der auch realistische Zeitrahmen zur Vertragsabwicklung definiert – idealerweise zwischen drei und vier Monaten. Aktuell liegt dieser Prozess jedoch im Durchschnitt bei über 18 Monaten.
Der Kontext in Bayern
Bayern hat ebenfalls große Ambitionen in Bezug auf den Wissens- und Technologietransfer. Mit der Offensive „Hightech Transfer Bayern“ wird ein starkes Ökosystem für innovative Gründungen aus Hochschulen und Universitätsklinika geschaffen. Ab 2023 sollen in den Hochschulregionen wie Schwaben und Mittelfranken Gründungs-Hubs aufgebaut werden, um die Gründungskultur weiter zu verstärken. Hier profitieren Unternehmen und Gründer von systematischen Ausbildungsangeboten und der Unterstützung durch „Venture Teams“ in Kunsthochschulen und Universitätsklinika.
Außerdem wurde ein besonderes Augenmerk auf die Förderung von Hubs in Oberbayern ab 2025 gelegt. Technologietransferzentren, die bereits seit 2009 etabliert sind, fördern die angewandte Forschung und Zusammenarbeit mit regionalen Unternehmen. Der Freistaat Bayern unterstützt in der Anfangsphase diese Zentren, um Innovationen am Standort weiter voranzutreiben.
Zukünftige Herausforderungen bestehen darin, die bestehenden Strukturen zu integrieren und das Potenzial von Ausgründungen noch besser zu nutzen. Der erste Schritt in diese Richtung ist die Einführung solcher Newsletter wie „TUCtransfer“, die ein besseres Verständnis für die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Wirtschaft schaffen. Interessierte können sich für den Newsletter anmelden und somit nichts von den neuesten Entwicklungen und Erfolgen verpassen. Rückmeldungen und Ideen sind erwünscht und können direkt an wissenstransfer@tu-chemnitz.de gesendet werden.