In der Welt der Materialwissenschaft hat der 9. März 2026 einen besonderen Höhepunkt gesetzt: Prof. Dr. Guillermo Requena wurde auf die Professur „Werkstoffe in der Luft- und Raumfahrt“ an der Fakultät für Maschinenbau der Ruhr-Universität Bochum berufen. Doch das ist nicht alles – Requena übernimmt auch die Co-Direktion des Instituts „Frontier Materials on Earth and in Space“ in Köln. Diese umfassende Berufung geschieht in enger Zusammenarbeit mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR).
Requena bringt eine beeindruckende Expertise in der Kombination von Werkstoffwissenschaft und -technologie, Fertigungstechnologien sowie modernen Charakterisierungsmethoden mit sich. Ein Hauptaugenmerk seiner Arbeit liegt auf der digitalen Transformation der Materialwissenschaft und Werkstofftechnik. Sein klares Ziel? Die Beschleunigung der Werkstoff- und Prozessentwicklung entlang der Innovationskette durch einen daten- und modellgetriebenen Ansatz.
Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz
Ein Schlüsselwerkzeug in Requenas Forschung ist die Künstliche Intelligenz (KI). Diese Technologie wird zunehmend in der Industrie eingesetzt, um Daten zu sammeln, zu analysieren und Muster zu erkennen. Besonders in Sektoren wie dem Automobilbau, Flugzeugbau, Bauwesen und der Medizintechnik kommen neue Werkstoffe zum Einsatz, die umweltfreundlich und ressourcenschonend sind. Im Flugzeugbau beispielsweise sind kohlefaserverstärkte Verbundstoffe gefragt, die sich durch Ihr geringes Gewicht und hohe Festigkeit auszeichnen.
Durch den Einsatz von KI können Maschinen und Prozesse sich besser an neue Bedingungen anpassen. Requena zielt darauf ab, den langen Prozess der Marktreife neuer Materialien erheblich zu verkürzen und die Kosten zu senken, indem er verschiedene KI-Verfahren, darunter Materialdatenbanken und Machine Learning, nutzt. Dies ist besonders wichtig, da der Materialsektor zunehmend multifunktionale Werkstoffe entwickeln muss, die sowohl energiesparend als auch umweltschonend sind.
Forschung auf höchstem Niveau
Prof. Requena hebt die exzellente wissenschaftliche Qualität der Ruhr-Universität Bochum in der Werkstoffwissenschaft hervor und betont die Wichtigkeit der Grundlagenforschung zu Mikrostruktur, Mechanismen und Struktur-Eigenschafts-Beziehungen. Seine Forschungsarbeit umfasst auch die Entwicklung von Konstruktionslegierungen sowie die Anwendung neuester Technologien wie Hochdurchsatz-Experimenten, digitalen Datenräumen und Self-Driving-Labs.
Die Partnerschaft zwischen der RUB und dem DLR wird nicht nur die Forschung vorantreiben, sondern auch gemeinsame Projekte und forschungsnahe Lehrformate fördern. Diese Synergien sind entscheidend, um die Herausforderungen in der Materialentwicklung, wie die Qualitätssicherung komplexer Materialien mit heterogenen Daten, erfolgreich anzugehen.
Mit seiner beeindruckenden Karriere, die von einem Studium des Industrial Engineering in Argentinien über eine Promotion und Habilitation an der TU Wien bis hin zu verschiedenen Lehrtätigkeiten an renommierten Universitäten führt, bringt Requena frischen Wind in die Materialforschung. Diese neue Rolle stellt einen bedeutenden Schritt in Richtung einer zukunftsorientierten Forschung dar, die auf den Einsatz modernster Technologien setzt, um den Herausforderungen von morgen zu begegnen. Die nächsten Jahre versprechen spannende Entwicklungen in der Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Industrie.
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