In der Welt der Druckgrafik gibt es immer wieder spannende Neuigkeiten und Entwicklungen. Ein aktuelles Highlight ist die beeindruckende Sammlung von Andreas Möller, der über 30 Jahre lang Druckgrafiken zusammengestellt hat. Seine Sammlung umfasst rund 4.000 Werke, darunter japanische Holzschnitte, naturhistorische Studien sowie Lithografien von George Grosz und Radierungen von Peter Sorge. Besonders die Sammlung japanischer Farbholzschnitte und die expressiven Radierungen von Ludwig Meidner ziehen die Aufmerksamkeit auf sich. Möller begann seine Sammelleidenschaft in den 1990er-Jahren in einem Antiquariat in Pitigliano, Italien. Die Schenkung dieser eindrucksvollen Sammlung an die Kunstsammlung der Universität Göttingen wurde von Dr. Anne-Katrin Sors, der Kustodin der Sammlung, als Glücksfall beschrieben. Universität Göttingen berichtet, dass die neuen Kunstwerke aktiv in der Lehre eingesetzt werden. Studierende haben die Möglichkeit, die Grafiken in Seminaren zu inventarisieren, zu digitalisieren und zu erforschen.

Die Schenkung bereichert den Göttinger Bestand, insbesondere durch 82 herausragende japanische Holzschnitte. Ab Oktober 2026 wird im Rahmen einer Ausstellung des Berliner Kupferstechers und Grafikers Daniel Chodowiecki ein Teil dieser neuen Grafiken präsentiert werden. Interessierte Besucher können die Kunstsammlung der Universität Göttingen jeden Sonntag von 11 bis 16 Uhr im Rahmen der Sonntagsspaziergänge aufsuchen.

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Einblicke in die Drucktechnik

Ein weiterer spannender Aspekt der Druckgrafik ist die Technik des japanischen Farbholzschnitts, die in der Kunstsammlung einen wichtigen Platz einnimmt. Die Herstellung dieser kunstvollen Drucke ist ein komplexer Prozess: Eine Handwerkerin klebt eine Vorzeichnung seitenverkehrt auf eine Druckplatte und schneidet die Konturen mit speziellen Holzschnittmessern entlang der Linien. Diese Verfahren – das Schneiden und Färben der Druckplatten – ermöglichen es, für jeden Farbton einen Abzug zu erstellen.

Die Herausforderung steigt mit der Anzahl der Farben: Bei aufwängigen Farbdrucken können über zwanzig Farbdruckplatten notwendig sein. Dabei sorgen Anlegemarken auf jeder Platte für ein präzises Druckbild ohne Weichheiten und Überlappungen. Das Deutsche Museum bezieht sich auf historische Ausstellungen aus dem Jahr 1906, in denen solche Druckplatten präsentiert wurden. Diese Exponate könnten Werke des bekannten Druckers Chikanobu sein, welcher in der Zeit zwischen 1838 und 1912 aktiv war.

Ein Blick in die Kunstgeschichte Göttingens

Die Göttinger Kunstsammlung spiegelt auch die vielfältige Geschichte der Universität wider. So sind bedeutende Werke wie die Lithografie der Göttinger Sieben, die eine Protestaktion liberaler Professoren abbildet, Teil der Sammlung. Diese einzigartigen Drucke bieten nicht nur einen visuellen Zugang zur Geschichte, sondern auch einen Einblick in die gesellschaftlichen Entwicklungen der vergangenen Jahrhunderte.

Die Verbindung von Kunst und Wissenschaft zeigt sich hier eindrucksvoll. Während die Studierenden die Grafiken untersuchen und dokumentieren, wird die Sammlung zu einem lebendigen Teil des Lehrprozesses und der kulturellen Bildung in Göttingen. Die Mischung aus historischer Bedeutung und technischer Raffinesse macht die Druckgrafik zu einem faszinierenden Thema.