Der Bundesweite Girls’ und Boys’ Day am 23. April rückt näher und beginnt so, zahlreiche Aktionen zur klischeefreien Berufsorientierung zu fördern. Die Universität Bielefeld ermöglicht in diesem Rahmen 30 Jungen und Mädchen, verschiedene Berufe außerhalb traditioneller Geschlechterrollen zu entdecken. Diese Veranstaltungen sind ein wichtiger Schritt, um den jungen Menschen Perspektiven zu eröffnen, die häufig im Schatten der klassischen Vorstellungen von Männlich- und Weiblichkeit stehen. Die Universität Bielefeld bietet spezifische Schnuppertage an, die speziell auf die Interessen und Talente der Teilnehmer:innen abgestimmt sind.
Mädchen können Berufe wie Sport- und Fitnesskauffrau, Chemikerin sowie Industrie- oder Feinwerkmechanikerin kennenlernen, während Jungen die Möglichkeit haben, Einblicke in Tätigkeiten als Fachangestellter in der Verwaltung oder in der Bibliothek zu bekommen. Diese Angebote sind nicht nur informativ, sondern auch inspirierend und helfen, die Sichtweisen junger Menschen auf ihre zukünftigen beruflichen Möglichkeiten zu erweitern.
Ein Schritt in die Zukunft
Der Girls’ und Boys’ Day zielt darauf ab, Schülerinnen und Schüler in Berufe hineinblicken zu lassen, die oft nicht im Fokus stehen. Bundeskanzler Olaf Scholz gab jüngst den Startschuss für den Girls’Day im Bundeskanzleramt und unterstrich dabei die hohe Nachfrage nach Nachwuchs in technischen, mathematischen und ingenieurwissenschaftlichen Berufen. Die Veranstaltung fand in Zusammenarbeit mit der Initiative D21 statt, welcher die Förderung junger Talente am Herzen liegt. An diesem Event nahmen 24 Schülerinnen aus drei Berliner Schulen teil und erkundeten einen Technik-Parcours. Scholz betonte, dass die Chancen für junge Frauen und Mädchen in diesen Bereichen besser denn je seien.
Bereits seit 2001, in der Form des Girls’ Days, und seit 2011, durch den Boys’ Day, wird jungen Menschen eine Berufswahl ohne Geschlechterklischees ermöglicht. Die Initiativen sind besonders wichtig, da der Ausbildungs- und Arbeitsmarkt stark geschlechtsspezifisch aufgeteilt ist, und stereotype Vorstellungen über die berufliche Eignung von Frauen und Männern nach wie vor weit verbreitet sind. Die Initiative Klischeefrei unterstützt diese Aktionen und möchte dazu beitragen, Klischees abzubauen. Die Partner der Initiative kommen aus verschiedenen Bereichen, wie Bildung, Politik, Wirtschaft und Forschung, und arbeiten gemeinsam daran, das Bewusstsein für die Herausforderungen, die aus geschlechtsspezifischen Erwartungen entstehen, zu stärken. Die Initiative setzt sich dafür ein, dass individuelle Talente in den Vordergrund rücken und geschlechterunabhängige Berufs- und Studienwahl gefördert wird.
Die Ergebnisse von Wirkungsstudien aus dem Jahr 2022 belegen die positiven Effekte der Aktionstage auf die Berufswahl: 90 % der Jungen waren mit ihrer Teilnahme am Boys’Day zufrieden, und 66 % gaben an, eine interessante Tätigkeit oder einen Beruf kennengelernt zu haben. Auch unter den Girls’Day-Teilnehmerinnen konnten 42 % sich ein Praktikum an ihrem Ort des Girls’ Day vorstellen. Diese Zahlen zeigen deutlich, wie wichtig solche Tage sind, um den jungen Menschen eine realistische Vorstellung von Berufswelten zu geben, die sie sonst vielleicht nicht erkunden würden.