In der heutigen Zeit stehen wir als Menschheit vor zahlreichen Herausforderungen, die weit über nationale Grenzen hinausgehen. Diese Herausforderungen zu erkennen und anzugehen, ist das Ziel einer bevorstehenden Diskussionsrunde, die am 25. März 2026 um 18 Uhr in der Wissenswerkstadt stattfinden wird. Professorin Dr. Eleonora Rohland von der Universität Bielefeld, Professor Dr. Frederic Hanusch von der Justus-Liebig-Universität Gießen und Professor Dr. Bernd Scherer, ehemaliger Direktor des Hauses der Kulturen der Welt in Berlin, laden alle Bürger*innen ein, sich aktiv an der Diskussion über ein planetarisches Denken zu beteiligen. Die Veranstaltung erfolgt im Rahmen der Frühjahrsschule der Internationalen Max-Planck-Graduiertenschule „Modelling the Anthropocene“ (IMPRS-ModA), die sich mit den Herausforderungen des Anthropozäns auseinandersetzt und im Herbst 2025 ihre erste Kohorte von Doktorand*innen gestartet hat.
Was genau bedeutet planetarisches Denken? Es ist ein Konzept, das über nationale Perspektiven hinausblickt und Entscheidungen auf langfristige Zeiträume ausrichtet, die weit über Wahlperioden und Generationen hinausgehen. Diese Denkweise ermutigt uns, zu untersuchen, wie Gesellschaften und Institutionen auf sich verändernde Lebensbedingungen sowie Stoffkreisläufe reagieren können. Dabei ist es von zentraler Bedeutung, regional zu handeln und nachhaltige Transformationen einzuleiten. In diesem Kontext ist die erfolgreiche Wissenschaftskommunikation an die Gesellschaft ein unverzichtbares Element, um ein kollektives Verständnis für unsere planetaren Herausforderungen zu schaffen. Wie aktuell.uni-bielefeld.de berichtet, sind Bürger*innen eingeladen, aktiv Fragen zu stellen und mitzudiskutieren.
Die Dringlichkeit planetarischer Krisen
Die Relevanz planetarischen Denkens wird auch von der Arbeitsgruppe „Planetare Krisen – Planetares Denken?“ deutlich, die 2020 gegründet wurde. Sie hat sich der Aufgabe verschrieben, auf die einzigartigen Herausforderungen, die die Menschheit derzeit erlebt, aufmerksam zu machen. Besonders im Kontext des Klimawandels, der Zerstörung von Lebensgrundlagen und der Ressourcenknappheit wird diese aktuelle Situation als planetarische Krise bezeichnet. Themen wie Erderwärmung, Migrationsbewegungen, Hunger und das Artensterben stehen dabei im Mittelpunkt ihrer Arbeiten. Die Gruppenmitglieder arbeiten daran, den normativen Einfluss der Gesellschaft auf diese Probleme zu kontrollieren und realistische Lösungen zu finden forschungskolleg-humanwissenschaften.de.
Ein interdisziplinärer Austausch ist ein weiterer Aspekt dieses Vorhabens. In Zusammenarbeit mit der Goethe-Universität und der Senckenberg-Gesellschaft wird das Potenzial für einen Forschungsverbund ausgelotet, der verschiedene Universitäten miteinander verknüpft. Hierbei wird auch auf vergangene internationale Konferenzen verwiesen, wie die Diskussion „Planetary Boundaries between Facts and Norms“, die im Juli 2021 stattfand und wichtige Impulse für die Debatte gegeben hat.
Neue Perspektiven für die Zukunft
Planetarisches Denken erfordert eine radikale Veränderung in unserem Denken und Handeln, besonders in Bezug auf die aktuellen Krisen wie Artensterben, Klimawandel und Pandemien. Das Konzept sieht eine Abkehr von einer ausschließlich menschenzentrierten Perspektive hin zu einem umfassenderen planetaren Ansatz vor, der sich auch mit den großen Fragen der Erdsystemgovernance beschäftigt. Als Teil dieser Bewegung wird auch das Bildungsprogramm „Planetarities“ angeboten, das verschiedene Disziplinen berührt, von Astrobiologie über Geoanthropologie bis hin zu neuen Studiengängen wie „Planetary Future Studies“ an der Universität Amsterdam und „Anthropocene Studies“ an der Universität Cambridge. Diese Programme verfolgen das Ziel, eine verzweigte Kosmo-Politik zu entwickeln, die auf normativem Kosmopolitismus basiert transcript-verlag.de.
Die Diskussion rund um planetarisches Denken ist nicht nur eine akademische Übung, sondern ein dringendes Anliegen für uns alle. Es ist an uns, die Herausforderungen des Anthropozäns aktiv anzugehen und die Weichen für eine nachhaltige Zukunft zu stellen. Nutzen Sie die Gelegenheit, um Teil dieses wichtigen Dialogs zu sein!