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Die Energiewende in Osteuropa steht vor einer neuen wissenschaftlichen Herausforderung: Am Osteuropa-Institut der Freien Universität Berlin wurde heute die Forschungsgruppe „Energien der Vernetzung. Akteure, Räume und Narrative in Osteuropa“ ins Leben gerufen. Diese Gruppe, die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) mit rund 3,5 Millionen Euro für einen Zeitraum von vier Jahren gefördert wird, soll ab Sommer 2026 die komplexe Energiegeschichte der Region untersuchen. An der Spitze steht Prof. Dr. Susanne Strätling, eine renommierte Literaturwissenschaftlerin und Expertin für Kultur- und Wissensgeschichte von Energie in Osteuropa.

Das Ziel dieser Forschungsgruppe ist klar umrissen: Die Untersuchung der sozialen, politischen und kulturellen Dynamiken, die mit der Produktion und Nutzung verschiedener Energieformen verbunden sind. Dabei wird die Energie nicht nur als technisches, sondern auch als zentrales Element gesellschaftlicher Prozesse betrachtet. Die Forschungsgruppe wird drei Perspektiven beleuchten:

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Die drei Perspektiven der Forschung

  • Folgen der Ressourcifizierung für räumliche Ordnungen.
  • Rolle menschlicher und nicht-menschlicher Akteure in Energieumwelten.
  • Narrative zur gesellschaftlichen Verhandlung von Energieherausforderungen.

Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Rolle Osteuropas als zentraler Produktions- und Transferraum im globalen Energiemarkt. In einer Zeit, die von eskalierenden Ressourcenkonflikten, wie im Kontext des Ukraine-Kriegs, geprägt ist, wird der Einfluss von Energie auf regionale Dynamiken deutlicher denn je. „Energie ist nicht nur ein Rohstoff, sondern auch ein Katalysator für tiefgreifende Veränderungen in der Gesellschaft“, erklärt Strätling.

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Vorträge und Einblicke

Begleitend zur Forschungsgruppe findet im Osteuropa-Institut eine Vorlesungsreihe mit dem Titel „Energy Empires. Verflechtungen, Ressourcen und Konflikte in Osteuropa“ statt. Diese Veranstaltung bietet Studierenden und Interessierten die Möglichkeit, Einblicke in die Energiegeschichte sowie die geopolitischen Aspekte der Energieproduktion und -nutzung zu erhalten. Unter den Referierenden sind verschiedene Expert:innen, die die Themen von der Geschichte des Russländischen Reiches bis hin zu aktuellen Herausforderungen in der Ukraine abdecken.

Eine Auswahl der Themen, die in den Vorlesungen behandelt werden, umfasst:

  • Geschichte und Ökonomie der Ressourcen in Osteuropa
  • Energiegeschichten des Russischen Reiches und der Sowjetunion
  • Erneuerbare Energien in Russland und der Ukraine

Ein Highlight der Reihe ist die Filmvorführung „Energy Terrorism in Contemporary Ukrainian Film“, die am 13. Dezember stattfindet und mit einer Diskussion endet. Die Vorlesungen sind nicht nur vor Ort zugänglich, sondern werden auch live gestreamt und aufgezeichnet.

Diese Veranstaltungen fungieren als ergänzende Plattform zur Forschungsarbeit und bieten eine ausgezeichnete Gelegenheit, sich über die historischen Entwicklungen und aktuellen Herausforderungen der Energiegeschichte in Osteuropa zu informieren. Dabei wird auch die Zusammenarbeit der Forschungsgruppe mit dem DFG-Projekt „Energie: Schlüsselkonzept der sowjetischen Avantgarde“ besonders betont.

Darüber hinaus wird die Zusammenstellung von Konzepten und Fragen zur Energiegeschichte auch außerhalb der Universität durch die Docupedia-Plattform erweitert. Rüdiger Graf präsentiert dort eine Begriffsgeschichte von „Energie“, die die transdisziplinären Ansätze der Energiegeschichte beleuchtet. Dies zeigt einmal mehr, dass Energie nicht nur die Basis wirtschaftlichen Handelns ist, sondern auch tief in die Sozial- und Kulturgeschichte verankert.

Für alle, die sich für die Neuheiten in der Energiegeschichte interessieren, ist der Besuch an der Freien Universität Berlin – sowohl in den Vorlesungen als auch in der Forschung – eine vielversprechende Möglichkeit, die neuen Strömungen in der Wissenschaft zu entdecken und sich aktiv daran zu beteiligen.

Für weitere Informationen zu den Forschungsinitiativen und Vorlesungen können die Links zu den entsprechenden Seiten besucht werden: Freie Universität Berlin, Osteuropa-Institut, ZZF Potsdam.