Ein besonderes Ereignis in der Welt der Wissenschaft steht bevor: Prof. Dr. Bassem Hassan vom Paris Brain Institute wird mit dem Humboldt-Forschungspreis ausgezeichnet. Der renommierte Preis, der mit 80.000 Euro dotiert ist, honoriert seine bedeutenden Beiträge zu den genetischen Grundlagen der Gehirnentwicklung. Die feierliche Verleihung findet am 20. März 2023 in Bamberg statt.
Seit dem 16. März 2023 ist Hassans Forschung an der Freien Universität Berlin angesiedelt, wo er sich intensiv mit der genetischen Kodierung von Zeit in der Gehirnentwicklung beschäftigt. Prof. Dr. Peter Robin Hiesinger, ebenfalls von der Freien Universität Berlin, betont die Wichtigkeit von Hassans Arbeit bei der Erforschung der genetischen Programme, die für die Entwicklung des Nervensystems verantwortlich sind. Diese Erkenntnisse sind entscheidend, um die komplexen Prozesse zu verstehen, die im menschlichen Gehirn ablaufen.
Der Kontext der Gehirnentwicklung
Die Entwicklung von Gehirn und Nervensystem beginnt bereits in der 3. Schwangerschaftswoche, und bis zum Ende der 8. Woche sind Gehirn und Rückenmark nahezu vollständig angelegt. In den folgenden Wochen werden unzählige Nervenzellen durch Zellteilung gebildet, wobei ein Teil dieser Zellen noch vor der Geburt wieder abgebaut wird. Einflussfaktoren wie Nikotinkonsum oder Strahlung können diese Entwicklung empfindlich stören, was die Wichtigkeit von Forschung wie der von Hassan besonders hervorhebt.
Das Gehirn eines Ungeborenen ist erstaunlich aktiv und nimmt bereits im Mutterleib Informationen aus der Umgebung wahr. Bei der Geburt sind etwa 100 Milliarden Neuronen vorhanden, wobei das Gehirn eines Säuglings nur etwa ein Viertel des Gewichts eines Erwachsenen hat. Dieses Gewicht und die Größe des Gehirns nehmen in den ersten Lebensjahren durch die Bildung von Verbindungen zwischen Nervenzellen fortlaufend zu.
Ein Blick auf die Humboldt-Stiftung
Hassans Auszeichnung ist Teil des 1.000-Köpfe-Plus-Programms der Bundesregierung, das darauf abzielt, internationale Spitzenforscher:innen nach Deutschland zu bringen. Die Alexander von Humboldt-Stiftung spielt hierbei eine zentrale Rolle und trägt aktiv zur Förderung von Wissenschaftler:innen aus aller Welt bei, um die wissenschaftliche Landschaft in Deutschland zu bereichern.
Der Preis erlaubt es den ausgezeichneten Forscher:innen, bis zu zwölf Monate in Deutschland zu verbringen und dort ihre wissenschaftlichen Projekte weiterzuverfolgen. Um sich für den Preis zu qualifizieren, müssen die Bewerber:innen beispielsweise ein Verzeichnis ihrer Schlüsselpublikationen vorlegen, in dem sie die besondere Bedeutung jeder Publikation herausstellen.
Bassem Hassan, der bereits hochkarätige Stationen in seiner Karriere durchlaufen hat, darunter als Einstein Visiting Fellow am Berliner Institut für Gesundheitsforschung, wird mit dieser Auszeichnung eine wertvolle Bereicherung für die Forschungsgemeinschaft in Deutschland darstellen.
Die Entwicklungen in der Hirnforschung sind nicht nur spannend, sondern haben auch weitreichende Folgen. Ein besseres Verständnis der Gehirnentwicklung könnte neue Ansätze zur Behandlung neurologischer Erkrankungen liefern, die viele Menschen betreffen.
Die Feier zur Preisverleihung wird sicherlich ein inspirierendes Ereignis, das die Brücken zwischen deutscher und internationaler Forschung weiter festigt.
Für mehr Informationen über die Förderung internationaler Wissenschaftler:innen besuchen Sie die Seite der Humboldt-Stiftung.