Vom 10. bis zum 13. März 2026 findet auf dem Campus Griebnitzsee der Universität Potsdam eine hochkarätige internationale Fachkonferenz zur Entwicklungsbiologie statt. Unter dem Titel „Development & Regeneration“ werden Forschende aus unterschiedlichen Disziplinen die komplexen Prozesse von der Befruchtung bis zur vollständigen Entwicklung eines Organismus beleuchten. Die Tagung wird von Prof. Dr. Salim Seyfried, einem Experten für Biochemie und Biologie, geleitet und stellt eine gemeinsame Initiative der Deutschen, Niederländischen und Spanischen Gesellschaften für Entwicklungsbiologie dar.
In der Entwicklungsbiologie geht es um das Wachstum und die Entwicklung von Organismen – angefangen bei der einzelnen Zelle bis hin zu komplexen Vielzeller. Die Konferenz fokussiert thematische Schwerpunkte wie genetische und epigenetische Steuerung der Entwicklung, Organ- und Gewebeentwicklung sowie die spannende Welt der Stammzellenforschung. Diese Diskurse sind nicht nur für Biologen von Bedeutung, sondern auch für Medizin- und Zoologieinteressierte.
Networking und Nachwuchsförderung im Fokus
Besonders hervorzuheben ist der Fokus auf die Förderung junger Wissenschaftler. Diese haben die Möglichkeit, ihre neuesten Forschungsergebnisse in Form von Vorträgen oder Postern zu präsentieren. Zudem fungieren sie als Session-Chairs – eine hervorragende Gelegenheit für den wissenschaftlichen Austausch und das Networking unter jungen Talenten. Hier spielt die weibliche Repräsentation eine tragende Rolle: Über 50 Prozent der eingeladenen Vortragenden sind Frauen, was ein positives Zeichen für die Karrieremöglichkeiten von Frauen in der Wissenschaft ist.
Die Konferenz bietet nicht nur eine Plattform für den Austausch von Ideen und Wissen, sondern vergibt auch mehrere Preise für herausragende Leistungen. Der Hilde-Mangold-Preis, dotiert mit 5000 Euro, wird an Maik Bischoff von der Universität Münster für seine Arbeiten zur Chiralität von Organen verliehen. Den José A. Campos-Ortega-Preis in Höhe von 3000 Euro erhalten Noelia Anton Bolanos vom Hubrecht Institut in Utrecht sowie Lauren Saunders von der Universität Heidelberg. Für ihr Lebenswerk in der Entwicklungsbiologie wird Prof. Elisabeth Knust mit dem Klaus Sander Award ausgezeichnet, deren Forschung wichtige Erkenntnisse zu molekularen Mechanismen der epithelialen Zellpolarität in Drosophila geliefert hat, die auch für den Menschen von Bedeutung sind.
Ein Blick auf die Zukunft
Die Entwicklung und Regeneration von Organismen hat nicht nur für die Grundlagenforschung Relevanz, sondern auch für die angewandte Medizin. So ist die Erforschung an frühen Embryonen und Zellstrukturen von zentraler Bedeutung für die medizinische Forschung und öffnet neue Wege zur Bekämpfung von Krankheiten. Diesbezüglich ist eine Debatte über den aktuellen rechtlichen Rahmen für die Forschung in Deutschland von Nöten, insbesondere seit die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina eine Neubewertung des Schutzes von In-vitro-Embryonen gefordert hat.
In Deutschland gibt es strenge Regelungen, die Forschung an humanen embryonalen Stammzellen nur unter bestimmten Auflagen erlauben. Während internationale Studien vielversprechende Ergebnisse liefern, steht die nationale Forschung umso mehr in der Verantwortung, ethische sowie rechtliche Konflikte zu klären. Überzählige Embryonen, die bei In-vitro-Fertilisationen entstehen und nicht verwendet werden, könnten theoretisch für Forschungszwecke genutzt werden. Bisher ist dies jedoch aufgrund des Embryonenschutzgesetzes (ESchG) nicht möglich.
So bringt die internationale Fachkonferenz in Potsdam nicht nur Wissenschaftler zusammen, sondern beleuchtet auch die aktuellen Herausforderungen und Chancen, die das Zusammenspiel von Entwicklungsbiologie, Ethik und Medizin bietet. Der Tagungsort, in der Nähe der UNESCO-Weltkulturerbestätten in Potsdam und Berlin, sorgt zusätzlich für ein inspirierendes Ambiente und lädt zu interdisziplinärem Austausch ein.
Für weitere Informationen und Kontakte steht Prof. Dr. Salim Seyfried gerne zur Verfügung.
Für weitere Details zur Tagung besuchen Sie bitte die offizielle Seite der Universität Potsdam sowie die Einblicke in die Entwicklungsbiologie und die Herausforderungen in der medizinischen Forschung zu Embryonen.