In einer wegweisenden Initiative kooperiert das iqpr – Institut für Qualitätssicherung in Prävention und Rehabilitation GmbH an der Deutschen Sporthochschule Köln mit DAS REHAPORTAL. Ziel dieser Zusammenarbeit ist die wissenschaftliche Messung patientenberichteter Behandlungsergebnisse (PROMs), die künftig eine wichtige Rolle in der psychosomatischen Rehabilitation einnehmen werden. Die ersten gemeinsamen Projekte starten voraussichtlich im Sommer 2026, und der Fokus liegt stark auf der systematischen Erfassung und Auswertung dieser patientenorientierten Daten, um die Behandlungsergebnisse aus Sicht der Patient*innen sichtbarer zu machen. Dies ist ein entscheidender Schritt in der Entwicklung von Value Based Healthcare in Deutschland.
Dr. Christian Hetzel, der wissenschaftliche Leiter der Kooperation am iqpr, unterstreicht die Notwendigkeit einer anwendungsorientierten Aufbereitung der Daten. Diese sollen die Kommunikation zwischen Patient*innen und Ärzt*innen verbessern und zudem der Qualitätssicherung dienen. Annabelle Neudam, die Geschäftsführerin von DAS REHAPORTAL, betont die Bedeutung dieser Kooperation zur Förderung von Transparenz und Qualität in der Gesundheitsversorgung. Die erste gemeinsame Studie wird sich auf die häufigsten Diagnosen in der medizinischen Rehabilitation – Depressionen und Angsterkrankungen – konzentrieren. Dabei geht es insbesondere um die Veränderungen von Gesundheit und Lebensqualität während der Rehabilitation, basierend auf den erhobenen PROMs.
Ein breiterer Kontext von Value Based Healthcare
Value Based Healthcare (VBHC) zielt darauf ab, Patientenergebnisse in einem Verhältnis zu den Kosten zu verbessern. So berichtet das REHAPORTAL über die aktuellen Herausforderungen des deutschen Gesundheitssystems, das mit Qualitätsunterschieden in der Versorgung sowie steigenden Kosten zu kämpfen hat. Ein kürzlich veröffentlichter VBHC-Report der TU Berlin hebt hervor, wie die Prinzipien von VBHC in Deutschland, Österreich und der Schweiz implementiert werden können. Ergebnisorientierte Ansätze gewinnen zunehmend an Bedeutung.
Im Rahmen eines Intensivseminars an der TU Berlin, an dem 40 Teilnehmende aus dem Gesundheitswesen teilnahmen, fanden angeregte Diskussionen über qualitätsorientierte Gesundheitsversorgung statt. Die Teilnehmenden, darunter Masterstudierende und Doktorand:innen, entwickelten in Gruppen fiktive Qualitätsverträge zu verschiedenen medizinischen Leistungen. In diesem Seminar werden die Studien und Maßnahmen von DAS REHAPORTAL als wertvoller Beitrag im kommenden Jahr verwendet.
Die Rolle der PROMs in der Gesundheitsversorgung
Die Nutzung von patientenberichteten Outcome Measures (PROMs) ist zentral für die Umsetzung von VBHC. Diese Erhebungen können nicht nur helfen, die Behandlungsergebnisse transparent zu gestalten, sondern auch die Grundlage für eine wertbasierte Vergütung im Gesundheitssystem pflegen. In Deutschland setzen bereits verschiedene Initiativen PROMs ein, trotz der Tatsache, dass die Anwendung der Ergebnisse in der Praxis noch begrenzt ist. Ein Beispiel hierfür ist der baden-württembergische Selektivvertrag in der Kardiologie, der zeigt, wie VBHC-Elemente erfolgreich in der Regelversorgung integriert werden können.
Die Kooperation zwischen iqpr und DAS REHAPORTAL markiert somit einen wichtigen Schritt hin zu einer patientenzentrierten Qualitätsentwicklung in der Rehabilitation. Langfristig wird erwartet, dass diese Zusammenarbeit auf weitere Indikationsbereiche ausgeweitet wird, um die Relevanz von PROMs in der Patientenversorgung weiter zu stärken.



