Was tut sich in der wissenschaftlichen Welt? Ein spannendes Projekt nimmt an Fahrt auf, das die chinesischen Strategien zur globalen Einflussnahme unter die Lupe nimmt. Die Constructor University hat eine beachtliche Förderung von rund 5 Millionen Euro von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) erhalten, um die Forschungsinitiative „Learning Empire“ zu lancieren. Diese Initiative wird von Professor Dr. Tobias ten Brink geleitet und versammelt acht führende deutsche Universitäten unter einem Dach.
Die Bedeutung dieses Projekts kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. Es handelt sich um die größte Förderung in der 25-jährigen Geschichte der Constructor University und das erste DFG-geförderte Projekt in dieser Größenordnung, das die Universität anführt. Ziel der Forschungsgruppe ist es, die wachsenden Einflüsse Chinas in der internationalen Ordnung zu beleuchten, besonders im Hinblick auf Hightech-Infrastruktur, Wertschöpfungsketten wie Halbleiter und KI sowie Rohstoffgewinnung im globalen Süden.
Multidisziplinäre Forschung als Schlüssel
Die Initiative ist spannend, da sie eine kritische Lücke im europäischen Verständnis von Chinas globalen Praktiken schließen möchte. Professor ten Brink erkennt einen signifikanten Wandel in der Außenpolitik Chinas unter Xi Jinping an, der von einem zurückhaltenden Vorgehen zu einer aktiveren Rolle in der Weltpolitik übergegangen ist.
Ein multidisziplinärer Ansatz wird als notwendig erachtet, um den wirtschaftlichen und politischen Einfluss Chinas besser zu begreifen. Der Fokus liegt dabei nicht nur auf der Forschung an der Constructor University, die etwa 1,4 Millionen Euro der Gesamtförderung für ihre eigenen Projekte erhält, sondern auch auf dem Austausch und der Zusammenarbeit mit namhaften Institutionen wie der Universität Bremen, Universität Bonn und dem Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte in Berlin.
Stärkung der deutsch-chinesischen Zusammenarbeit
Ein weiterer spannender Aspekt dieses Projekts ist die Verbindung zur internationalen wissenschaftlichen Gemeinschaft. Der Chinesisch-Deutsche Zentrum für Wissenschaftsförderung (CDZ) hat die Aufgabe, die wissenschaftliche Zusammenarbeit zwischen Deutschland und China zu unterstützen. Mit Sitz in Peking ist das CDZ ein gemeinsames Unterfangen der DFG und der National Natural Science Foundation of China (NSFC). Es trägt zur Förderung bilateraler Forschungsprojekte und zur Verbesserung der Rahmenbedingungen für die wissenschaftliche Zusammenarbeit bei.
Die DFG spielt dabei eine zentrale Rolle und fungiert als Ansprechpartner in China, wodurch die Grundlagen für langfristige Kooperationen gelegt werden. Diese Anstrengungen sind umso bedeutender, als dass das CDZ bald sein 25-jähriges Bestehen feiern wird. An diesem Anlass wird erneut betont, wie wichtig der Austausch zwischen den Wissenschaftssystemen beider Länder ist.
Insgesamt ist die Forschungsinitiative „Learning Empire“ mehr als nur ein Projekt; sie ist eine Chance, den sich verändernden globalen Einfluss Chinas präzise zu analysieren und das Verständnis dieser Dynamiken zu verbessern. Die ersten vier Jahre könnten dabei erst der Anfang sein – eine Genehmigung für eine weitere vierjährige Verlängerung kann bereits nach der initialen Laufzeit beantragt werden. Man darf gespannt sein, welche Erkenntnisse aus dieser wichtigen Forschungsarbeit hervorgehen werden.



