Prof. Dr. Florian Röhrbein wurde zum 1. März 2026 auf eine Langzeit-Professur an der Technischen Universität Chemnitz berufen. Bereits seit Dezember 2021 leitet er die Tenure-Track-Professur Neurorobotik an der Fakultät für Informatik. Diese Berufung ist das Resultat einer positiven Evaluation, die seine Arbeit und Beiträge zur Neurorobotik würdigt. Die feierliche Übergabe der Berufungsurkunde durch Rektor Prof. Dr. Gerd Strohmeier markierte einen neuen Meilenstein in Röhrbeins akademischer Karriere.
Seine akademische Laufbahn begann an der Technischen Universität München, wo er sein Informatikstudium mit Auszeichnung abschloss. Es folgten Stationen als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Ludwig-Maximilians-Universität München, wo er 2005 promovierte. Nach einer vierjährigen Industrietätigkeit am Honda Research Institute Europe und einer Postdoc-Phase am Albert Einstein College of Medicine in New York kehrte Röhrbein zurück nach Deutschland. Hier habilitierte er sich an der Universität Bremen im Bereich Informatik und übernahm verschiedene Führungsrollen, unter anderem als Managing Director für Neurorobotik im Human Brain Project.
Einflussreiche Beiträge zur Robotik
Röhrbein hat nicht nur in der akademischen Welt Anerkennung gefunden, sondern auch in der Industrie, wo er von 2018 bis 2020 eine Forschungsgruppe bei Alfred Kärcher SE & Co. KG leitete. Dort entwickelte er eine konzernweite KI-Strategie und gründete mehrere Startups, wobei er als Chief Technology Officer bei aivious GmbH und oxolo GmbH tätig war. Seine Verdienste in der Wissenschaftskommunikation wurden 2024 mit dem Transferpreis der TU Chemnitz honoriert.
Ein besonderer Fokus von Röhrbeins Arbeit ist die Bündelung der Robotik-Aktivitäten am Robotic Institute Germany (RIG) an der TU Chemnitz seit 2025. In diesem Kontext leitet er die ESF PLUS-Nachwuchsforschungsgruppe „Maßnahmen zur Transparenzerhöhung der Bewegungsabsicht von Robotern in Abhängigkeit menschlicher Aufmerksamkeit“ (MaTraB). Darüber hinaus wurde er 2023 zum Sprecher des Forschungsschwerpunktes „Intelligente multimediale Systeme“ gewählt und ist neuerdings ein Mitglied des Scientific Boards der BIAL Foundation.
Fortschritte in der Neurorobotik
Parallel dazu arbeitet das Forschungslabor für Neurorobotik (NRL) an der Berliner Hochschule für Technik an innovativen Projekten. Der Fokus liegt hier auf der Entwicklung morphologischer Ansätze und verlaufender neuronaler Regelungen für autonome Roboter. Diese Roboter sollen sich nicht nur in der realen Umgebung bewegen können, sondern auch auf sich ändernde Bedingungen reagieren. Ein herausragendes Beispiel ist der humanoide Roboter Myon, der als weltweit erster Roboter konzipiert ist, dessen Körperteile während des Betriebs abgenommen und ersetzt werden können. Alle seine Gliedmaßen sind in dreifacher Hinsicht autonom, was eine dezentrale Energieversorgung, Rechenleistung und neuronale Netzwerke umfasst.
Durch diese Herangehensweise gewinnen Forscher wertvolle Erkenntnisse über adaptive und robuste Verhaltensweisen von Robotern. Bei isolierten Experimenten können die Bewegungen einzelner Gliedmaßen getestet werden, bevor sie in ein gesamtes Verhaltensmuster integriert werden. Myon bietet zudem die Möglichkeit, Fragen zu klären, die sich um den Austausch von Körperteilen und die Interaktion mit neuen Gliedmaßen drehen.
Die Zusammenarbeit mit Unternehmen wie Frackenpohl Poulheim und Bayer MaterialScience zeigt, wie sehr sich technische Entwicklungen in der Praxis bewähren müssen. Der Teamansatz im Forschungslabor orientiert sich dabei an den Prinzipien von Myon, was spannende Perspektiven für zukünftige Forschungen eröffnet.
In Anbetracht dieser vielversprechenden Entwicklungen in der Neurorobotik bleibt abzuwarten, wie die Bündelung von Ressourcen und Wissen an der TU Chemnitz dazu beitragen wird, das Gebiet der Robotik weiter voranzubringen und welche neuen Erkenntnisse aus der aktuellen Forschung hervorgehen werden.
Für weitere Informationen über die Robotik-Aktivitäten an der TU Chemnitz, werfen Sie einen Blick auf die Artikel von TU Chemnitz und die Initiativen im Bernstein-Netzwerk Bernstein-Netzwerk. Aktuelle Neuigkeiten über die Neurorobotik können auf der Webseite Neurorobotik nachgelesen werden.